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er sich von Männern unedler Gesinnung beraten lasse, unterbricht, da verweist sie ihm ein solches Verhalten in scharfer Rede:
Photin, ich spreche mit dem König hier!
Du gibst nicht eher Antwort, bis ich erst
Mit dir zu reden mich erniedrige ¹). Statt solcher Berater empfiehlt sie ihrem Bruder vielmehr als Beraterin die Tugend(I, 3, v. 39 sqq.), welche die Götter und die Geburt denjenigen, welche den Rang eines Königs bekleiden, als Eigentum verliehen; letztere sei auch die Triebfeder ihrer Handlungen(I, 3, v. 50 sqq.), während ihrer Person Eigennutz fern liege. Warum indes legt sie Fürbitte für den Flüchtling ein, während doch ihr Herz für den Sieger warm schlägt! Die Anitwort, die uns die Königin
hierauf gibt, lässt uns so recht ihren pretiösen Character erkennen: Ich lieb ihn, doch der Liebe schöne Glut, So hell sie lodert, blendet nicht mein Herz, Das für den Sieger zwar gefühlvoll schlägt, Doch tugendhaft der Pflichten nicht vergisst, Die es auch dem Besiegten schuldig bleibt. Wer Cäsarn liebt, muss hohen Geistes sein, Und unbeffeckt vom leisesten Verdacht. Entweihen würd' ich meine Leidenschaft, Vermöcht' ichs nur, Unwürdiges zu denken ²). und noch mehr in II, 1, v. 14 sdq.: Dem fürstlichen Geblüt ist's angeboren, Dass dem Gebot der Tugend jeder Eindruck Der Leidenschaft sich unterwerfen muss! Der Fürsten erst Gesetz ist stets der Ruhm; Sie werden anders nie als edel handeln, Wenn sie mit Selbstvertrauen der eignen Einsicht Nur folgen..... 4). Dieser besseren Einsicht hätte Ptolomäus folgen sollen, und er würde königlich gehandelt haben,
wenn er dem Gefühl der eignen Brust vertraut hätte(II, 1, v. 24). Wenn nun Kleopatra eine
1) I, 3, v. 32 sq. Photin, je parle au roi; vous répondrez pour tous Quand je m'abaisserai jusqu'à parler à vous.
2) II, 1, v. 1 sqq. Je l'aime, mais l'éclat d'une si belle flamme, Quelque brillant qu'il soit, n'éblouit point mon äme, Et toujours ma vertu retrace dans mon coeur Ce qu'il doit au vaincu, brlant pour le vainqueur. Aussi qui l'ose aimer porte une àme trop haute Pour souffrir seulement le soupçon d'une faute; Et je le traiterais avec indignité Si j'aspirais à lui par une lächeté.
3) II, 1, v. 14 sqq. Les princes ont cela de leur haute naissance; Leur àme dans leur sang prend des impressions Qui dessous leur vertu rangent leurs passions; Leur générosité soumet tout à leur gloire:
3 Tout est illustre en eux quand ils daignent se croire... In letzteren Versen(II, 1, v. 16 sq.) begegnen wir einer periphrastischen Wendung pretiöser Art, sowie in: II, 1, v. 29 sqd. Apprends qu'une princesse aimant sa renommée,
Quand elle dit qu'elle aime, est süre d'étre aimée, Et que les plus beaux feux dont son coeur soit épris N'oseraient l'exposer aux hontes d'un mépris.


