Aufsatz 
Pretiöse Charaktere und Wendungen in Corneilles Tragödien / von A. Rudershausen
Entstehung
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Pompée.

a) Cornélie. In Cornelia zeichnet uns der Dichter eine seiner würdige Römergestalt, die uns gleich einer Emilia die höchste Bewunderung und Hochachtung abgewinnt. Sie ist durch den Tod ihres Gatten gebeugt, und durch ihre eigene Gefangenschaft sind ihre Hände zwar von den Fesseln belastet, doch ihr Sinn ist frei und unbezwungen, und so ist sie selbst in dem tragischsten Los, das einer Frau begegnen kann, ängstlich bemüht, den stolzen Römersinn zu bewahren und mit Mannesmut dem feindlichen Schicksal zu trotzen.

Dreisten, entschlossenen Sinnes erscheint sie daher vor dem siegreichen Cäsar:

Hier bin ich Cäsar! trotzend dem Geschick, Das mich in Fesseln schlug und mich zu deiner Gefangenen machte, doch zur Sklavin nicht! Glaub' nicht, dass ich so niedrig mutlos bin,

Um huldigend als Herrn dich zu begrüssen! So hart mich auch des Schicksals Schläge trafen,

Hebt über alles dies mein Hochsinn mich ¹).

Sie errötet lediglich ob der einzigen Schmach, dass sie hier lebend vor ihm stehen müsse ²). Gleichwohl betrachtet sie es, da ihr einmal das Schicksal einen ruhmvollen Tod missgönnt, als eine Gnade der Götter, in Cäsars Hände gefallen zu sein, und nicht in die Hand jenes Mannes, der ihrem Gatten Thron und Reich verdanke, der so schnöde diese Wohlthaten vergolten. Indem sie dann nochmals den Gesinnungen der Rache Ausdruck verleiht, ruft sie mit stolzem Selbst- bewusstsein aus:

Gebiete, was du willst, du wirst mich nie

Erniedrigen, noch vor dir zittern sehen! Nur denke stets: Ich bin Cornelia!

1) III, 4, v. 5 sqq. César, car le destin, que dans tes fers je brave, Me fait ta prisonnière, et non pas ton esclave, Et tu ne prétends pas qu'il m'abatte le coeur Jusqu'à te rendre hommage et te nommer seigneur; De quelque rude trait, qu'il m'ose avoir frappée, v. 12. mon courage est encore au-dessus;

2) Periphrastischen Wendungen pretiöser Natur begegnen wir: III, 4, v. 14. Rien ne me fait rougir que la honte de viyvre. v. 19 sq. Je dois rougir pourtant, après un tel malheur, De n'avoir pu mourir d'un excès de douleur;

desgl. III, 4. v. 23 sqd. Je dois bien toutefois rendre grâces aux dieux De ce qu'en arrivant je te trouve en ces lieux, Que César y commande, et non pas Ptolomée. Hélas! et sous quel astre, ô ciel, m'as tu formée, Si je leur dois des voeux de ce qu'ils ont permis Que je rencontre ici mes plus grands ennemis, Et tombe entre leurs mains plutôt qu'aux mains d'un prince. ferner in III, 4, v. 43 sqd. Et, quoique ta captive, un coeur comme le mien, De peur de s'oublier, ne te demande rien. Ordonne; et, sans vouloir qu'il tremble ou s'humilie, Souvieus-toi seulement que je suis Cornélie,