Aufsatz 
Pretiöse Charaktere und Wendungen in Corneilles Tragödien / von A. Rudershausen
Entstehung
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zur Genugthuung ¹), so folgt gerade aus dem Umstand, dass bei ihr jetzt die Interessen des Staates die familiären überwiegen, welches Gewicht Chimene auf den guten Eindruck legt, den ihre Sache auf den König machen soll ²). Aus diesem Grunde weist sie auch vorläufig die Dienste Don Sanchos ab, der ihr, seine Neigung verratend, sich erbietet, des Vaters Manen zu rächen:

Den König kränk ich, der mir Recht versprochen). In der Unterredung mit Elvira ⁴4) erklärt Chimene dieser, dass sie Rodrigo trotz des herben Falles gleichsam vergöttere; gleichwohl zögert sie keinen Augenblick, zu thun, was ihr die Pflicht gebeut. Der Mahnung, sich zu fassen, kann Chimene nicht folgen:

Und welche Macht auch Liebe auf mich ausübt,

Ich frag' sie nicht, gilt es der Pflicht zu folgen, Gehorch' der Ehre Mahnung schwanke nicht! selbstbewusst hinzufügend: Ich weiss wohl, wer ich bin, und dass mein Vater tot). ...... sollt' ich dulden, dass die Liebe Durch Schweigen meine Ehre feig ersticke? Ich muss mich rächen, es gilt meine Ehre! Und lockt auch Liebe schmeichelnd, grossen Scelen Gilt jede Ausflucht stets als tiefe Schmach). Und als Elvira sie fragt, was sie bei ihrer Liebe zu Rodrigo zu thun gedenke, ruft sie mit

stolzem Heroismus aus: Die Ehre wahr'n mein Leiden enden ihn Verfolgen ihn verderben nach ihm sterben*).

1) II, 8, v. 43 8q.............. j'en demande vengeance Plus pour votre intéréêt que pour mon allégeance. 2) Pretiöse Umschreibungen haben wir in: II, 8, v. 35 sqq. Sire, ne souffrez pas que sous votre puissance Règne devant vos yeux une telle licence; Que les plus valeureux, avec impunité, Soient exposés aux coups de la témérité; Qu'un jeune audacieux triomphe de leur gloire, Se baigne dans leur sang, et brave leur mémoire. 3) III, 2, v. 10. Joffenserais le roi, qui m'as promis justice. 4) In Fdreitacher Stufenfolge gibt Chimene stets in einer den Begriff mildernden Form ihren Gefühlen des Schmerzes Ausdruck: III, 3, v. 1 sqq............... je puis sans contrainte De mes vives douleurs te faire voir l'atteinte; Je puis donner passage à mes tristes soupirs, Je puis t'ouvrir mon àme et tous mes déplaisirs. 5) III, 3. v. 27 sqq. Et quoi que mon amour ait sur moi de pouvoir, Je ne consulte point pour suivre mon devoir: Je cours sans balancer mon honneur m'oblige. Rodrigue m'est bien cher, son intérêt m'afflige; Mon coeur prend son parti; mais malgré son effort Je sais ce que je suis et que mon père est mort. 6) III, 3, v. 42 sq. Et je pourrai souffrir qu'un amour suborneur Sous un läche silence étouffe mon honneur! v. 50 sdq. Il y va de ma gloire, il faut que je me venge, Et de quoi que nous flatte un désir amoureux, Toute excuse est honteuse aux esprits généreux. 7) III, 3, v, 55 sq. Pour conserver ma gloire et finir mon ennui, Le poursuivre, le perdre, et mourir apreès lui.