Aufsatz 
Abhandlung über Mohamed und die Araber bis zum Zerfall des Chalifats
Entstehung
Einzelbild herunterladen

106

und nehmen auch die Woͤrter haben und ſeyn zu Hilfswoͤrtern. Das ſind weſentliche Erleichterungen beim Erlernen der lebenden Sprachen, deren die Schuͤler bei den alten Sprachen entbehren..

In den Schulen, welche eine gelehrte Bildung bezwecken(und blos in Hinſicht auf dieſe iſt hier die Hamilton⸗Jacotot'ſche Methode und ihre Brauch⸗ barkeit einer Pruͤfung unterworfen worden) haben die Schuͤler bereits einen gram⸗ matiſchen Unterricht in der Mutterſprache genoſſen, bevor zur Erlernung einer fremden Sprache geſchritten zu werden pflegt. Die Schuͤler bringen die Uebung der Umgangsſprache bei ihrem Eintritte in die Schule mit, allein bei dieſem bloſen Sprechen der Mutterſprache ſind ſie noch weit entfernt von der eigent⸗ lichen Sprachkenntniß, wozu nur der Unterricht in wiſſenſchaftlicher Form fuͤhren taun, die daher in den gelehrten Schulen auch mit Recht zur Richt⸗ ſchnur genommen zu werden pflegt; denn die Schuͤler ſind in dem Beſitze des Materiellen der Sprache, und ihr Sprachſinn und Gefuͤhl iſt ſchon in den Elementarſchulen ſo geuͤbt, daß ſie nicht nur das Mangelhafte und das Miß⸗ toͤnende in der Ausſprache, ſondern auch in der Wortfolge leicht wahrnehmen, allein die aus dieſen einzelnen Wahrnehmungen abſtrahirten Regeln, welche die Theorie, mithin den wiſſenſchaftlichen Theil der Sprache ausmachen, ſind ihnen noch unbekannt, und darauf muͤſſen ſie hingeleitet werden, um die wiſſenſchaftliche Kenntuiß ihrer Mutterſprache zu erlangen, wie der Zweck der gelehrten Bildung ſie erheiſcht.

Sind nun die Schuͤler auf dem Wege des Unterrichts in der Mutter⸗ ſprache ſo weit vorangeſchritten, daß ſie die Etymologie inne haben, ſo ſind ſie vorbereitet genug, zur Erlernung einer lebenden Sprache uͤberzugehen, und dieſe iſt, ihres faſt unentbehrlichen Gebrauches wegen, die franzöͤſiſche. Die franzoͤſiſche Sprache, welche in den meiſten gelehrten Schulen Deutſch⸗ lands in die Zahl der Lehrgegenſtaͤnde aufgenommen iſt, hat mit der deutſchen Sprache die neun Arten von Woͤrtern oder Sprachtheile gemein; da dieſelben den Schuͤlern bereits aus dem Unterrichte der Mutterſprache, ſowohl ihrem Begriffe, als ihren Verhaͤltniſſen nach, bekannt ſind, ſo ſteht nichts im We e, daß ſie, nachdem ihnen die Ausſprache und das Leſen einigermaßen gelaͤufig geworden iſt, ſogleich zu den Declinationen des beſtimmten Artikels mit den Hauptwoͤrtern ſchreiten, die auch durchaus keine Schwierigkeit darbietet. Um nun alsbald zur Bildung von Saͤtzen zu gelangen, wird das erſte Hilfszeit⸗ wort avoir im poſitiven und negativen und im Frageſinn eingeuͤbt und mit dieſem kann vermittelſt der Beifuͤgung von Nenn- und Eigenſchaftswoͤrtern, welche den Schuͤlern zum Aufzeichnen und Auswendiglernen dictirt werden, eine große Menge von kleinen Saͤtzen gebildet werden. Die Satzbildung laͤßt ſich ſodann mit Vortheil bei dem Erlernen des Hilfszeitwortes ètre ſowohl als der uͤbrigen Formen der Zeitwoͤrter fortſetzen. Sind dieſe Formen ein⸗ geuͤbt, dann ſind die Schuͤler im Stande, die Ueberſetzung eines leichten Schriftſtellers unter Anleitung des Lehrers zu beginnen, deſſen Hauptbeſtreben nun dahin gerichtet ſeyn muß, die Schuͤler ſo ſchnell, wie moͤglich, zum