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1) Zum Unterricht in den alten Sprachen beſonders fuͤr die ge⸗ lehrten Schulen wird dieſe Methode nicht zu empfehlen ſeyn, denn ſie iſt weder paͤdagogiſch, noch fuͤhrt ſie leichter und ſchneller zum Ziele eines wiſſenſchaftlichen Studiums dieſer Sprachen, ſie laͤßt die Entwickelungsmethode ganz außer Acht und veranlaßt eine Disharmonie der Geiſteskraͤfte durch Ueberſpannung des Gedaͤchtniſſes zum Nachtheil der Intelligenz, die gaͤnzlich unbeachtet bleibt. Die kuͤnſtlichen Sprachformen der Declinationen und Con⸗ jugationen, welche die Schuͤler ſaͤmmtlich und vollſtaͤndig inne haben muͤſſen, bevor nur zum Ueberſetzen geſchritten werden kann, werden am leichteſten und ſchnellſten in ſyſtematiſcher Ordnung gelernt, und es erſcheint daher nicht nur als eine unnuͤtze, ſondern auch quaͤlende Arbeit, die Schuͤler Saͤtze auswen⸗ diglernen zu laſſen, deren Conſtruction ihnen nicht einmal recht klar gemacht werden kann, bis ſie die genannten Sprachformen ſich angeeignet haben. Leicht entſchieden iſt die hier einſchlagende Frage, was leichter ſey, die Formen der Declinationen und Conjugationen zuerſt einzuuͤben und dann mit dem Ueber⸗ ſetzen zu beginnen, wobei dann ſogleich die Stellung eines jeden Wortes erkannt, und Genus, Numerus, Caſus und Modus, Tempus und Perſon vom Schuͤler angegeben werden koͤnnen, und wobei auch zugleich die Aehnlich⸗ keit und Verſchiedeunheit der beiden Sprachen in ihrer Rection und Satzbildung offen vor Augen liegen, oder mit dem Ueberſetzen ohne jene Formen den An⸗ fang zu machen und bei jedem vorkommenden Wort die Form, worin es erſcheint, zu erklaͤren? Welche unendliche Wiederholungen werden dadurch noͤthig und wie werden die Schuͤler aus dieſem Chaos von Wiederholungen ein geordnetes Ganze bilden koͤnnen? Ueber dem erſcheint auch dieſe Arbeit ſelbſt als ein Verſtoß gegen die Mnemonik, welche lehrt, daß das Gedaͤcht⸗ niß um ſo leichter faßt und behaͤlt, je einfacher und geregelter die Ordnung iſt, worin die Vorſtellungen ihm uͤbergeben werden. Uebrigens kann man ja auch die Schuͤler, ſobald ſie die Declinationen und nur die erſte Conjugation wiſſen, kleine Saͤtze bilden laſſen, ſie gewahren alsdann nicht nur die An⸗ nehmlichkeit und den Nutzen des Sprachlernens ebenſo gut, wie die Schuͤler der analytiſchen Methode, ſondern noch in hoͤherem Grade, weil ſie das jurare in verba magistri nicht noͤthig haben, wie dieſe, ſondern auf eigene Einſicht ,99 Kenntniß der Regeln die Ueberzeugung der Richtigkeit der Saͤtze bauen oͤnnen.
2) Anders verhaͤlt ſich die Sache in Hinſicht auf die Erlernung der lebenden Sprachen. Die Formen der Declinationen und Conjugationen und ſelbſt der Conſtruction ſind im Weſentlichen den Formen der deutſchen Sprache ſo aͤhnlich, daß darin die Schuͤler, welche dieſe Formen der Mutter⸗ ſprache kennen, eine große Erleichterung zur Nachahmung ſinden. Alle Spra⸗ chen der benachbarten Laͤnder bedienen ſich bei den Declinationen der Artikel und die zu declinirenden Woͤrter erhalten nur in der Geſchlechtsveraͤnderung und in der Mehrzahl einen Zuſatz und wenige eine Sylbenveraͤnderung. Die Zeitwoͤrter veraͤndern ſich unter der Leitung der Fuͤrwoͤrter, wie im Deutſchen⸗
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