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Wortfuͤgung und Satzverbindung der fremden Sprache nicht haben vertraut werden koͤnnen, iſt unzweifelhaft; denn die Schuͤler kennen ja noch nicht einmal die Veraͤnderungen der Declination und Conjugation, welche die einzelnen Woͤrter erleiden, je nach dem Verhaͤltniß, worin ſie zu den uͤbrigen im Satze ſtehen, und dieſe Kenntniß iſt denn doch das erſte und nothwendigſte Erfor⸗ derniß der Wortfuͤgung. Und wenn man bedenkt, wie mannichfaltig in den alten Sprachen die Veraͤnderung der Woͤrter in ihren Endbeugungen, und wie beſchwerlich es iſt, ſolche feſt einzupraͤgen; ſo iſt nicht leicht einzuſehen, wie man die Hamilton⸗Jacotot'ſche Methode als allgemein brauchbar und ſo⸗ dor auch zum Unterricht in den alten Sprachen will empfehlen koͤnnen. Muß ſchon nach zwei, drei Monaten die Grammaiik zur Hand genommen werden, ſo kann man ſie eben auch ſogleich ergreifen; und das mag doch wohl fuͤr die Schuͤler, die von vorneherein mit friſcherem Muthe ſich hineinarbeiten, au⸗ genehmer ſeyn, als wenn ſie vorerſt ihr Gedaͤchtniß mit einem Chaos von Saͤtzen uͤberladen muͤſſen, wovon ſie keinen Gebrauch machen koͤnnen. Mit dareaErlerden einzelner Woͤrter begiunt ja aber auch der grammatiſche Un⸗ terricht. 3 Wenn aber, wie ein anderer Lehrer nach der analytiſchen Methode ſich ausdruͤckt,*),„dieſe Lehrart mehr auf ein Sammeln der Thatſachen und „ein Vorbereiten zur Deduction der Grundſaͤtze gerichtet iſt, als auf eine „ſolche wiſſenſchaftliche Deduction ſelbſt, und der Schuͤler nur uͤberall auf⸗ „ſpuͤren und ſammeln lernen, nach Einheit trachten und das Richtige ſuchen „ſoll’“ und dann hinzuſetzt:„wir bezwecken vielmehr die Entwickelung und „Bildung eines lebhaften und geſchaͤrften Sprachgefuͤhls und Sprachſinnes, vals die eines poſitiven Wiſſens der Sprachgeſetze und begnuͤgen uns damit, „dem Schuͤler einen ſicheren Weg gebahnt zu haben, Letzteres zu erlangen, „und ihn ſo vorbereitet zu haben, daß ihm ein wiſſenſchaftliches Treiben moͤg⸗ „lich und leicht werden muß;“ ſo zeigt es ſich auch hier wieder, daß die Methode, ihrer Erfindung gemaͤß, nur dahin zielt, dem Schuͤler eine mate⸗ rielle Sprachfertigkeit mitzutheilen, ſo wie ſie der Reiſende in einem fremden Lande durch die Uebung erwirbt. Solomé ſpricht ſich daruͤber auch ganz offen ſo aus:„So wie der Fremde aus der Maſſe des um ihn geſprochenen „Sprachſtoffes einzelne Laute, Woͤrter, Redensarten wahrnimmt und ſich an⸗ veignet, dann nachahmend ſie zu Saͤtzen verbindet und mit der paſſenden Ton⸗ „weiſe begleitet wiedergibt; eben ſo wird hier der Schuͤler zu einem Sam⸗ „meln einzelner Fragmente und kleiner Ganzen ausgeſchiedenen Sprachſtoffes „angeleitet, die er allmaͤhlig in groͤßern Ganzen wiederfindet und ſelbſt dazu „verbindet. Es bildet ſich hier eine gaͤhrende Maſſe, in welcher unter dem „Einfluſſe der Einbildungskraft und der Erinnerungen das Wahrnehmungs⸗ „vermoͤgen mit Schaͤrfe und Beſtimmtheit erfaßt und der Verſtand durch die
*) Solomé Lehr⸗ und Uebungsbuch der franzöſiſchen Sprache. Dritte Aufl. Frankfurt. 1838.


