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einem Lande die Sprache nur in ganzen Säͤtzen ſprechen hoͤren und in verbun⸗ denen einzelnen Woͤrtern, mithin ganz auf dem analytiſchen Wege zur Sprach⸗ kenutniß gelangen.
Es iſt vorerſt nicht einmal ganz richtig, daß die Kinder in die Kenntniß der Sprache dadurch ein gefuͤhrt werden, daß ſie dieſelbe in Saͤtzen anhoͤren; vielmehr lehrt die Erfahrung, daß denſelben, um ſie zu verſtaͤndigen, anfaͤn lich nur einzelne Woͤrter vorgeſagt werden, und Sinn und Bedeutung ſo viel moͤglich ihnen in der Anſchauung klar und verſtaͤndlich gemacht werden. So find z. B. Papa, Mama, komm,, iß', nimm', gib, u. ſ. w. die einfachen Worte, welche den Kindern vorgeſagt werden, und wobei zugleich auf die Perſonen, welche damit gemeint ſind, hingedeutet, und die Verrichtungen, welche dem Kinde angeſonnen werden, mit ſinnlichen Zeichen vorgebildet werden. Bei dem it beiden H„ und eine Hinneigung nach dem Kinde gibt ihm genug zu verſteben, was mit dem Worte fuͤr eine Abſicht ausgedruͤckt wird. Aus dieſen einzelnen Woͤrtern, deren An⸗ zahl ſich taͤglich vermehrt und mit der Entwickelung der Koͤrper⸗ und Geiſtes⸗ kraͤfte des Kiudes nach und nach einen anwachſenden Vorrath von ſolchen Ge⸗
wiß Gelegenheit gehabt, nicht nur viele Fehler gegen die Regeln der Gram⸗ matik und der Syntarx zu bemerken, ſondern auch an der ſeltſamen Combination
ſich zu ergoͤtzen. Und wie haͤufig ſind nicht die Faͤlle, daß Fremdlinge, welche die erſten Verſuche machen, in einer Sprache, die ſie eben vom Hoͤren erlernen,
nach der ſynthetiſchen Methode auch Sprachfehler vorkommen; ſo ſteht doch deren Auzahl in keinem Vergleich mit jenen, welche in der analytiſchen Methode unvermeidlich ſind. Sie ſind aus dem ganz einfachen Grunde ganz unvermeid⸗ lich, weil oft und ſogar meiſtentheils in einem ſchriftſtelleriſchen Satze ſo viele und mannichfaltige Sprachregeln einſchlagend ſich vorſinden, daß weit⸗
und zwar mannichmal ſolche Regeln, welche erſt nach erlangter Kenntniß einer Menge anderer, auf welche ſie ſich gruͤnden, verſtanden werden koͤnnen. Man denke ſich nur einen lateiniſchen Satz, worin der Ablativus absolute positus vorkoͤmmt, und dieſer erſcheint doch auch in den leichteſten Schriftſtellern nicht ſelten, ſo wird ſogleich die große Schwierigkeit ſichtbar werden, welche zu uͤber⸗ winden iſt, um einen ſolchen Satz dem Schuͤler, der die Grammatik nicht inne bat, klar zu machen. Weit zuverſichtlicher ſchreitet der Schuͤler in der ſyn⸗ thetiſchen Methode ſeiner Sprachkenntniß entgegen, er iſt in jedem Satze, den


