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ihren Anhang, erhob ſie ſich, waͤhrend der Regierung des Chalifen Merwan II., zum Sturze der Nachkommen Moawijah's. An den Ufern des Zab ¹²) beſiegte Abul Abbas 750 den Chalifen; er ward verfolgt, auf der Flucht in Aegypten eingeholt und getoͤdtet. Damaskus ward nun der Schauplatz der Vertilgung der Ommajaden; nur ein zwanzigjaͤhriger Juͤngling Abderrahman wußte gluͤck⸗ lich zu entrinnen und entkam nach Afrika, wo er Schutz und Sicherheit bei einem Berberſtamme fand, und von wo er ſich in Verbindung mit den An⸗ haͤngern ſeiner Familie in Spanien ſetzte. Dieſe holten ihn Sept. 755 auf einem Schiffe ab und buldigten ihm als ihrem rechtmaͤßigen Herrn; aber ihm ſtand noch jahrelanger, harter Kampf bevor, den er mit Muth kaͤmpfte und aus dem er ſiegreich hervorging.
Zu Corduba, wo er einen praͤchtigen Palaſt und eine ſchoͤne Moſchee nach dem Muſter der zu Damaskus bauen ließ, gruͤndete Abderrahman, der Ommajade, dem man auch, als einem Ankoͤmmling, den Beinahmen El Dal⸗ hel gab, das dort lange bluͤhende Chalifat. Seine Herrſchertugenden, Herablaſſung und Gerechtigkeitsliebe, ſeine Freigebigkeit und Vorliebe fuͤr Wiſ⸗ ſenſchaften und Dichtkunſt wurden bewundert von ſeinen Zeitgenoſſen.
Auf den Leichen der Ommajaden hatte Abul Abbas, mit dem Beina⸗ men Al Saffah, d. h. der Blutgierige, ſeinen Thron errichtet. Sein Bru— der und Nachfolger Al Manſur erbaute(765) am Oſtufer des Tigris, 4 Meilen noͤrdlich von Modain, wo Babylon's Truͤmmer ſind, Bagdad, das ſeitdem der Herrſcherſitz der Chalifen blieb, die Wunderſtadt, wohin, wie ein arabiſcher Dichter ſagt, aus allen Laͤndern der Erde unaufhaltſam ein Strom von Menſchen ſich ergoß, deren Bevoͤlkerung zahllos war, die im Win⸗ ter keine unertraͤgliche Kaͤlte, im Sommer keine allzugroße Hitze druͤckte, ſon⸗ dern wo ein ewiger Fruͤhling mit ſeinen Bluͤthen die reifen Fruͤchte des Herb⸗ ſtes vermählte. Durch ihn und ſeine Nachfolger wurde dieſe Stadt, als Sitz der Chalifen, die Stadt des Heils, und von den vielen Grabmaͤhlern heiliger und frommer Maͤnner das Bollwerk der Heiligen genannt, die groͤßte, ſchoͤnſte und reichſte des Morgenlandes.
Wenn von dieſem Zeitpunkte an die Araber viel von ihrem kriegeriſchen Charakter verloren, ſo gewannen ſie dagegen an Gewerbthaͤtigkeit und Bildung. Die erſten Herrſcher aus dem neuen Geſchlechte waren kraͤftige Regenten, eifrige Befoͤrderer der Kuͤnſte und Wiſſenſchaften, wie Al Manſur,(754— 775) deſ⸗ ſen Sobn Harun al Raſchid, der Gerechte, Karl's des Großen Zeitgenoſſe, (785— 809) und deſſen Sohn Al Mamun(813— 833)..
Gewerbe und Handel bluͤheten damals. Mancherlei Fabrikate, naͤmlich: Leder, Zeuge von Wolle, ſeidene Stoffe, Teppiche, Baumwollenpapier und Metallwaaren wurden nicht nur fuͤr den Gebrauch, ſondern auch zur Ausfuhr
*) Nebenfluß des Tigris, von Oſten her.


