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verfertigt. Einen merkwuͤrdigen Beweis ihres mechaniſchen Kunſtfleißes liefert die Schlaguhr, welche der beruͤhmte Harun, außer vielen ſchoͤnen und koſtbaren Geſchenken, dem großen Karl nach Ingelheim ſandte. Die Schiffe der Araber befuhren das mittellaͤndiſche und indiſche Meer, wagten ſich auch auf den damals noch ſehr unbekannten atlantiſchen Ocean. Die beruͤhmteſten Handels⸗ ſtaͤdte waren Kairwan, Alexandria, Kairo, Mekka, Damaskus, Baſſora, Bag⸗ dad und Ormus; hier fand der regſte Verkehr ſtatt, und hierhin brachten die Mauren die Erzeugniſſe Aſiens und Afrikas, als: Seide, Porzellan, Gewuͤrze, Elfenbein, Spezereien, feine Leinwand, koſtbare Shawls, Waffen, Perlen, Edel⸗ ſteine, die ſie dann wieder gegen europaͤiſche Producte an das Abendland aus⸗ tauſchten. Unter den Kuͤnſten trieben ſie nur Muſik und Baukunſt; Spanien hat noch mehrere treffliche Denkmale der mauriſchen Baukunſt aufzuweiſen.
Allein auch die arabiſche Literatur entfaltete ſich damals bis zu ihrer boͤchſten Bluͤthe. Bald nach ſeiner Erbauung ward Bagdad der Hauptſitz der arabiſchen Gelehrſamkeit Hierher beriefen die genannten Abbaſſiden fremde Ge— lehrte, welche ſie reichlich belobnten und mit großer Auszeichnung behandelten. Schulen wurden angelegt, Bibliotheken errichtet, und eine Menge Schriften, namentlich griechiſche, wie des Ariſtoteles Werke, in's Arabiſche uͤberſetzt.
„Eine Reihe Staͤdte,“ ſagt Herder in ſeinen Ideen zurPhiloſo⸗ phie der Geſchichte der Menſchheit,„Baſſora, Kufa, Samarkand, Ro⸗ ſette, Kahira, Tunis, Fez, Marokko, Cordova u. a. waren beruͤhmte Schulen, deren Wiſſenſchaften ſich auch den Perſern, Indiern, einigen tatariſchen Laͤn⸗ dern, ja gar den Sineſen mitgetheilt haben, und bis auf die Malayen hinab das Mittel geworden ſind, wodurch Aſien und Afrika zu einiger neueren Cul⸗ tur gelangte. Dichtkunſt und Philoſophie, Geographie und Geſchichte, Gram⸗ matik, Mathematik, Chemie, Arzneikunde, ſind von den Arabern getrieben wor⸗ den, und in den meiſten derſelben haben ſie als Erfinder und Verbreiter, mit⸗ hin als wohlthaͤtige Exroberer auf den Geiſt der Voͤlker gewirkt.“
II. Geſchichte.
Am 25. September 1838 ſtarb der erſte Prorector Chriſtian Auguſt Snell zu Merksheim bei Creuznach, wo er bei ſeinen Verwandten die Ferien zubringen wollte, an einer Hirnentzundung im 41. Lebensjahre.
Mit dem 1. Januar 1839 wurde der Candidat Dr. Karl Roſſel von hier, welcher die durch den Tod des Prorectors Snell erledigte Lehrerſtelle ſeit dem 8. November vor. J. proviſoriſch verſehen hatte, zum Collaborator am hieſigen Paͤdagogium ernannt.
Dr. Karl Roſſel, geboren zu Wiesbaden den 10. December 1815,


