Aufsatz 
Abhandlung über Mohamed und die Araber bis zum Zerfall des Chalifats
Entstehung
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keit ber, auf ewige Zeiten, den Islam hervorbrachte, glaubet an Mohammed, Lehrer des goͤttlichen allgemeinen Gefetzes! Eine ſeiner Kriegsſchaaren ſiel in Palaͤſtina ein, wobei ſein Hauptmann Kaled, das Schwert Gottes, durch Muth ſich auszeichnete; er ſelbſt zog gegen das öſtroͤmiſche Reich, bis au deſ⸗ ſen Grenzen er jedoch nur kam. 3 Nachdem er in neun Schlachten und Belagerungen mitgefochten, nachdem er nebſt ſeinen Hauptleuten fuͤnfzig kriegeriſche, oft gefaͤhrliche und immer ſieg⸗ reiche Unternehmungen geleitet, nachdem er ſeine letzte Wallfahrt zur Kaaba ſchon an der Spitze von 140,000 Glaͤubigen gebalten hatte, ſtarb er im zehn⸗ ten Jahre nach ſeiner Flucht, den 17. Juni 632, rubig, heiter, mit frohem Blicke auf das Werk, das er vollbracht; denn ſeine Lehre war faſt in ganz Arabien ausgebreitet, und ſeine Hauptleute, voll des gluͤhendſten Eifers fuͤr den Propheten und den neuen Glauben, ſtreiften bis nach Syrien und Babylon.

Err hinterließ keinen Sohn, aber eine Tochter Fatime, die mit Ali, ſeinem liebſten Juͤnger, einem edeln, ſchwaͤrmeriſch tapfern und wahrhaft from⸗ men Juͤngling, vermaͤhlt war.

Dieſer, nicht wohl gelitkeu bei Ajeſcha, Mohammeds hinterlaſſener Wittwe, bekam jedoch nicht den Oberbefehl, ſondern Abubekr, der nun den Titel Chalifah Neſſul Allah, d. h. Stellvertreter des Gottgeſandten, erhielt, und den alle Fuͤrſten der Moslemen fortbehielten. Ihm folgte als Chalif Omar 634, der den Titel Emir al Mumenim, d. b. Fuͤrſt der Glaͤubigen, annahm; auf dieſen 644 Othman, und erſt bei deſſen Tode 656 erwaͤhlte man einſtimmig Ali zum Chalifen.

Gleich nach des Propheten Tode zogen zahlreiche Heere der Moslemen auf Eroberungen aus. Beim erſten Anblick ſchienen ſie unordentliche Haufen zuſammengerafften Volks; Reiter und Fußgaͤnger waren unter einander ge⸗ miſcht, ſchlecht bekleidet, nach Laune bewaffnet, mit Bogen und Pfeilen, mit einer Lanze oder Keule, mit einem Schwerte oder Spieße. So zogen ſie ohne Vor⸗ und Nachhut; im Treffen ſelbſt wußten ſie Nichts von geordneten Schlachtreihen; ſtuͤrmiſcher Angriff unter lautem Allahgeſchrei und raſches Zu⸗ ruͤckziehen wechſelten mit einander. Einzelne traten vor, um einen Gegner her⸗ auszufordern; die Bogenſchuͤtzen ſandten Wolken von Pfeilen auf die Geg⸗ ner, und die Streiter ermuͤdeten ſie durch ihre ſchnellen, ungeſtuͤmen Angriffe. Aber was den Arabern an Kriegskunſt feblte, erſetzte reichlich ihre religioͤſe Begeiſterung; ihr Glaube an das unvermeidliche Schickſal machte, daß ſie alle Gefahren verachteten, und die glaͤnzenden Verheißungen des Korans trieben ſie furchtlos in's dichteſte Schlachtgedraͤnge. 1

chon 632 ward Syrien, eine Provinz des oſtroͤmiſchen Reiches, an⸗ gegriffen. Zweimal verſuchte der Kaiſer Heraklius, mit großen Heeren ſich dieſes Land zu erhalten, wurde aber beidemal von den eutflammten Mos⸗