Aufsatz 
Abhandlung über Mohamed und die Araber bis zum Zerfall des Chalifats
Entstehung
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Er ſoll ſich des Weines und gewiſſer unreiner Speiſen enthalten. Dem Armen ſoll er Almoſen geben, und zwar den zehnten Theil ſeines Gewinnes und Einkommens.

Taͤglich ſind fuͤnf Gebete zu verrichten, deren jedem eine Reinigung vor⸗ angehen, und die der Moslem ſprechen muß, das Antlitz nach der Himmels⸗ gegend, in der Mekka liegt, gerichtet. 1

ſia oͤffentlichen Gebeten ward der Freitag, deßhalb der heilige Tag, feſt⸗ geſetzt.

Betenn, ſagt der Koran in ſeiner Bilderſprache,fuͤhrt auf halbem Wege zu Gott, Faſten bringt an den Eingang zum Himmel, und Almoſen eroͤffnen die Thuͤr.

Seine Anbaͤnger glauben, daß er auch Wunder zu verrichten faͤhig geweſen

ſei, obgleich Mohammed ſelbſt dieß von ſich ablehnt. Eine Menge Wunder⸗ geſchichten haben ſich ſpaͤter uͤber ihn verbreitet; ſo ſind Baͤume anf ihn zuge⸗ gangen, Steine ſind geſprungen und haben ihn gegruͤßt; mit dem Finger hat er Waſſer aus Felſen geſchlagen. Ein Wunder iſt ſelbſt die Entſtehung des Koran, unter deſſen Namen Mohammed die ewigen Geſetze Gottes begreift. Dieſelben ſind von Ewigkeit her geweſen, ſind, wie er ſagte, oben in dem Lichte Gottes mit einer Licht⸗ feder aufgeſchrieben und ihm durch den Erzengel Gabriel geoffenbart worden. Seine Schuͤler, denen er ſie mit entzuͤcktem Munde ausſprach, ſchrieben die⸗ ſelben, freilich in keiner Folgereihe, ſondern wie ſie ſeinem Munde in der Begeiſterung entfloſſen, auf Palmenblaͤttern nieder; und erſt nach ſeinem Tode wurden die einzelnen Blaͤtter zu einem Ganzen, dem Koran, geſammelt.

Dazu kommt eine andere Lehre Mohammeds uͤber die Offen⸗ darungen Gottes, des Inhalts: Seit Schoͤpfung der Welt habe ſich Gott haͤufig geoffenbart, vielen Menſchen weniger, aber einzelnen Menſchen mehr; und zwar habe er 124,000 Auserwaͤhlten etwas weniges Licht verliehen, mehr Licht haͤtten ſeine Apoſtel empfangen, ſechs ganz vorzuͤgliche Weſen aber, die uͤber alle uͤbrigen Menſchen erhaben ſeien, habe er zu boher Begeiſterung be⸗ rufen, ſie mit ſtarker Erl euchtung durchdrungen, und dieſe ſechs Propheten ſeien Adam, Noah, Abraham, Moſes, Chriſtus und Mohammed. Dieſe ſeien, ihrer Reihe nach immer groͤßer; er ſelbſt aber, Mohammed, ſei der hboͤchſte und letzte Prophet, welchen Chriſtus als den kommenden Troͤſter angekuͤndigt habe.

Außer dem Koran ſind noch andere Traditionen vorhanden, welche muͤndliche Ueberlieferungen von dem Propheten und ſeinen erſten Schuͤ⸗ lern enthalten und geſammelt den Namen Sunna erhielten, an welche jedoch nicht alle Moslemen glauben ¹²).

*) Die Perſer verwerfen die Sunna und halten ſich blos an den Koran; deßhalb werden ſie auch von den Sunniten, wozu die Türken gehören, Schiiten, d. h. Abtrünnige, genannt. Die Wahabiten oder Wechabiten, genannt nach Abdel Wahab,

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