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und hier, verſunken in religioͤſer Schwaͤrmerei, den Entſchluß faßte, der Gruͤn⸗ der einer neuen Religion, der Retter ſeines Volkes zu werden. In ſolchen einſamen Stunden verfaßte der begeiſterte Mann, der die Erſcheinung des Erzengels Gabriel gehabt haben wollte, um ihm die Nacht der Rathſchluͤſſe des Herrn zu erhellen, ſeinen Islam. Dieſe ſeine Lehre unter ſeinem Volke zu verbreiten, war er wohl auch von der Natur ganz dazu geſchaffen.
Sein Köͤrper war von mittlerer Statur, aber voll Kraft und von gro⸗ ßer Schoͤnheit; ſein Antlitz würdevoll, mit fließendem Barte, durchdringenden ſchwarzen Augen, einer Adlernaſe, einem wohlgebildeten Munde, den ein au⸗ muthiges Laͤcheln umſchwebte, und feinen Zuͤgen; ſein Gang war majeſtaͤtiſch, ſein Aeußeres gebietend. Seine Beredſamkeit war hinreißend, ſein Gedaͤchtniß umfaſſend und treu, ſein Witz leicht und gefaͤllig, ſeine Einbildungskraft feurig, ſein Urtheil klar, ſchnell und beſtimmt. Dabei beſaß er Muth, Unternehmungs⸗ geiſt, unerſchuͤtterliche Standhaftigkeit. Mit dieſen Gaben war ein einſchmei⸗ chelndes Weſen, Freundlichkeit und Leutſelig keit gepaart, wodurch er bei ſeiner Geſchicklichkeit, ſich der Eigenliebe und den Forderungen derer, welche ihn um⸗ gaben, gefaͤllig zu zeigen, die Gemuͤther gewann und feſſelte.
Die vorzuͤglichſten Glaubensſaͤtze ſeiner Lehre ſind:
Es gibt nur Einen Gott, und zwar ohne alle Geſtalt; derſelbe iſt ewig, die hoͤchſte geiſtige und moraliſche Kraft; er hat nie einen Sohn gehabt.—
Zu den Vorſchrifteu oder Pflichten, welche er einſchaͤrfte, gehoͤren:
Reinlichkeit und Faſten.—
Ein jeder Glaͤubiger ſoll, wenigſtens einmal in ſeinem Leben, zur Kaaba wallfahren ¹).—
2)„Die Wallfahrt nach Mekka“, ſagt Ritter in ſeiner Erdkunde,„ſtellt threm Zwecke nach die große Reiſe in die Ewigkeit vor, welche die Menſchen von den Begier den und Eitelkeiten der Er de ſcheidet, ſie von den Lebensſorgen trennt, höherer Wahr⸗
heiten empfanglich, Reiche und Arme„Fürſten und Unterthanen gleich und alle Wallfahrer zu Brüdern macht.“.


