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gelang es nach Jahrhunderten, von denen die Sagen ſpaͤterer Zeit nichts Ge⸗ wiſſes, wenigſtens nichts Bedeutendes enthalten, dieſe verſchiedenen Staͤmme fur Eine Sache zu vereinigen, um als Ein Volk zu handeln.
Um die Zeit, als Odoaker ſich der Herrſchaft Italiens bemaͤchtigte,(476) erlangte der Beduinenſtamm Koreiſch die Aufücht uͤber die Kaaba, und riß auch bald die weltliche Regierung der Stadt Mekka an ſich, welche von je eine republikaniſche Verfaſſung hatte. Eine Familie jenes Stammes, mit Na⸗ men Haſchem, ward die prieſterliche und bewahrte deßhalb, nach alter Sitte, die Schluͤſſel zu jenem Nationalheiligthume. Der Sohn Haſchem's Abdul Motalleb rettete in einer Schlacht unter den Mauern von Mekka die Un⸗ abhaͤngigkeit des Freiſtaates gegen die Abyſſinier. Von deſſen vielen Soͤhnen ſind beſonders Abdallah, Abu⸗Taleb und Abbas zu bemerken. Ab⸗ dallah iſt der Vater des beruͤhmt gewordenen Propheten Abul Kaſem Mohammed, d. h. des Ruhmwuͤrdigen.
Geboren ward er am 21. April 571, um die Zeit, als Alboin das Lon⸗ obardenreich in Italien gruͤndete. Fruͤhe ſtarben ihm ſein Vater und ſeine
utter Emina(Aminah), und auch den Großvater verlor er in ſeinem neunten Jahre. Da nun viele Erben da waren, erhielt er nur fuͤnf Kameele und einen Aethiopiſchen Sklaven zum Erbtheil. Ohne Vermögen wurde er von ſeinem Onkel Abu⸗Taleb, der ihn dem Handelsſtande widmete, auferzogen, worauf er, 25 Jahre alt, in die Dienſte einer wohlhabenden Wittwe, Namens Chadidſcha trat, der er treu und redlich diente, und die er zuletzt zum Weibe nahm.
Von Jugend auf zur Schwaͤrmerei und zum beſchaulichen Leben geneigt, gab er ſich dieſem, da er nun in beſſere Vermoͤgensverhaͤltniſſe gekommen war, voͤllig hin. Auf ſeinen Handelsreiſen nach Baſſora und Damaskus, deren Maͤrkte er als Karawanenfuͤhrer beſuchte, hatte er ſich einen reichen Schatz von Erfahrungen und Beobachtungen geſammelt. Obgleich des Leſens und Schrei⸗ dens unkundig, hatte er unter den verſchiedenen Religionsbekennern in Ara⸗ bien ihre mancherlei Religionsbegriffe und Religionsbraͤuche kennen gelernt. Er ſab theils einen abgeſchmackten, oft ſelbſt grauſamen Aberglauben bei ſeinen heidniſchen Landsleuten, wo faſt jeder Stamm ſeinen eigenen Goͤtzendienſt hatte; theils eine zwar reinere, aber doch immer noch zu ſinnliche Religion bei den perſiſchen Magiern, den Stern⸗ oder Feueranbetern; einen durch mancherlei Ungereimtheiten von den Rabbinern entſtellten Glauben bei den uͤberall zer⸗ ſtreuten Juden, und ſelbſt die chriſtliche Lehre zu einem Gegenſtande des Haſ⸗ ſes und der Verachtung geworden, wegen der unaufhoͤrlichen, aͤrgerlichen Re⸗ ligionsſtreitigkeiten ihrer Bekenner. Leidenſchaftlich beſchaͤftigten ihn religioͤſe Betrachtungen, ſo daß er in jedem Jahre den groͤßten Theil des heiligen Monates Ramadan(Faſtenzeit) in der Grotte Hara unweit Mekka zubrachte,
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