Aufsatz 
Abhandlung über Mohamed und die Araber bis zum Zerfall des Chalifats
Entstehung
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die ſie i der groͤßten Sorgfalt pflegen, und uͤben ſich außerdem ſtets in den Waffen.

Ihre Hauptwaffen ſind Lanze und Saͤbel, obgleich ſie auch das Feuerge⸗ wehr benutzen; ſelten gebrauchen ſie Bogen und Pfeile. Ihre Kleidung iſt ſehr weit. Wenn gleich von mittlerer Statur, oft klein, bei der Nuͤchternheit und Kargheit ſeines Lebens oft mager, beſitzt der Beduine eine ſchoͤne Geſtalt und friſchen Wuchs. Er iſt dabei lebenskraͤftig, abgehaͤrtet gegen alle Be⸗ ſchwerden ſeiner wilden Lebensart, unermuͤdlich, gewohnt an den Mangel jeder Bequemlichkeit; ſein Feuer ſpricht aus ſeinen blitzenden Augen. Zur Rein⸗ lichkeit wird er von ſeiner Religion, die haͤufiges Waſchen vorſchreibt, ange⸗ balten; das Land, welches er durchzieht, zwingt ihn zur Maͤßigkeit, die ihm das volle Maas der Geſundheit und Kraft erhaͤlt. Sein Geiſt iſt aufgeweckt, witzig, ſcharfſinnig; ſeine Phantaſie lebhaft, leicht erregbar ¹); im Umgange beobachtet er Ernſt und eine gewiſſe Wuͤrde, und in der geſelligen Unterhaltung herrſcht ein gewiſſes Ceremoniel.-.

Hitzigen Temperamentes, iſt er heftig in der Feindſchaft, Selbſt⸗ und Blutrache. Bei ſeinem Hang zur Raͤuberei, die er nach ſeinem Begriffe, da er Fremd und Feind als gleich anſieht, fuͤr erlaubt haͤlt, iſt er gegen den Gaſtfreund treu, gutmuͤthig, freigebig.

Der Beduine iſt, wie ſchon vor Mohammed von ihn geruͤhmt wird, auf drei Dinge ſtolz, auf ſein Schwert, ſeine Beredſamkeit und ſeine Gaſtfreund⸗ ſchaft; ein Ruhm, der ihm in vollem Maße bis auf den heutigen Tag als ein nationaler zukommt. Dieſe Nomadenvoͤlker leben, ſo lange die Geſchichte ihrer gedenkt, getrennt in Staͤmmen, von denen jeder ein Oberhaupt, Scheich oder Scheik, auch Emir genannt, beſitzt; bisweilen ſind mehrere unter einem Großſcheik vereinigt. Die Wuͤrde deſſelben iſt nicht erblich, ſondern haͤngt von der Wahl ab; ſeine Macht iſt ſehr beſchraͤnkt. Manche Staͤmme ſind ſeit undenklicher Zeit mit einander in Fehden und Krieg, welche fortdauern, weil Blutrache Sitte iſt.

Niemals und nirgends hat Ein großes Reich in Arabien beſtanden; im⸗ mer nur unzaͤhlige groͤßere und kleinere Fuͤrſten und Herrn. Dem Mohammed

es auf in Mangel und Entbehrung; wie er, iſt es gewohnt, Hunger und Durſt und Schlafloſigkeit zu ertragen. Wenige dornige Pflanzen, die jedes andere Thier verſchmähet, weidet es im Vorübergehen ab, und 8 10 Tage trinkt es einmal. Unverdorben be⸗ wahrt es das koſtbare Waſſer auf, und ſein Tod iſt des Verſchmachtenden Rettung. An 13 Centner trägt dieſes Thier wochenlang unabgepackt, ſein ununterbrochener Gang über⸗ holt das ſchnellſte Pferd; es iſt milchreich, wie die beſte Kuh, und die Milch dient als Arznei; jung iſt ſein Fleiſch ſo ſchmackhaft, wie Kalbfleiſch; ſein Haar, ſo koſtbar wie Schaafwolle, dient zu Zelten und zur Kleidung; ſein Mift wird als Brennholz gebraucht. ) Die Poeſie der Araber, die ſich vorzugsweiſe im Kreiſe ihrer vaterländiſchen Na⸗ turverhältniſſe bewegt, iſt hauptſächlich lyriſch, übrigens auch reich an Erzählungen und Mährchenz und ſchon im hohen Alterthume war Arabien das Land der Erzählungen.

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