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gluͤckliche oder fruchtbare Arabien,(die Landſchaft Jemend), den ſuͤdweſtli⸗ chen Theil; in das ſteinige oder richtiger petraͤiſche),(die Landſchaft Hedsjasz, den nordweſtlichen Theil am rothen Meere; und in das wuͤſte, (die Landſchaft Nedſched), welches den innern groͤßten, uns groͤßtentheils un⸗ bekaunten Theil ausmacht.
Jemen zerfaͤltt wie alle Kuͤſten Arabiens, in das Gebirgsland,(Dsjaͤbbel), den fruchtbarſten Strich der ganzen Halbinſel ²), und den ebenen nnd ſandi⸗ gen Kuͤſtenſtrich,(Tehama), der nur an einigen Stellen, wo er Bewaͤſſerung aus den Bergen erhält, des Anbaues faͤhig iſt. Dieſer Theil Arabiens, von jeher durch eigene Produkte und Handel reich und bluͤhend, zaͤhlt die meiſten Staͤdte, und hier gibt es, wie in dem petraͤiſchen, noch uralte Bauten und Truͤmmer aus Zeiten, woruͤber die Geſchichte wenig oder nichts zu erforſchen vermag.
Hier liegt die Kuͤſtenſtadt Mokkha oder Moccha, ein Haupthandels⸗ platz, wohin vorzugsweiſe die Europaͤiſchen Kaufleute kommen, und auf deſſen Markt man ein buntes Gemiſch von Nationen, Perſer, Inder, Aegypter, Araber um Türten⸗ Englaͤnder, Hollaͤnder, Franzoſen und Portugieſen, ſelbſt Ameri⸗ aner trifft.
„Dieſes Arabien iſt es im aͤußerſten Suͤdenn, ſagt Ritter in ſeiner Erdkunde,„das vor anderthalb tauſend Jahren ebenſo, wie heute, zur Zeit der Roͤmer vor und nach Chr. Geb. beruͤhmt war, wegen der Wohlhabenheit ſeiner Bewohner, wegen ſeiner ruhigen innern Verfaſſung, wo Geſetz und Ord⸗ nung herrſcht, wo ein bluͤhender Verkehr und Reichthum war, ſo daß die Roͤ⸗ mer dahin, an die Koͤnige von Saba, ihre Geſandtſchaften mit koſtbaren Geſchen⸗ ken ſchickten, um deren Freundſchaft zu erhalten.“
In Hedsjas liegen die heiligen Staͤdte Mekka und Medina nebſt dem wichtigen Hafen Dsjidda. Mekka, das alte Macoraba, 5 Meilen oͤſtlich von ſeinem Hafen Dsjidda, iſt in einem von duͤrren Huͤgeln eingeſchloſ⸗ ſenen Thale gelegen, umgeben von felſiger Gegend, die wenig Anbau leidet, faſt ohne Weideplaͤtze, ſo daß unmoͤglich eine Stadt hier haͤtte beſteben koͤnnen, wenn nicht die Handelsſtraße uͤber Medina nach Damaskus durchgezogen waͤre, und ein anderer Weg nach Dsjidda am rothen Meere gefuͤhrt hätte. Beide Staͤdte, das alte Macoraba, und das alte Jatrippa oder Medina, waren lange vorher, ehe ſie heilige Staͤdte der Mohammedaner wurden, die Markt⸗ plaͤtze für das Binnenland, von wo aus die Waaren und Lebensbeduͤrfniſſe weiter durch Arabia deserta den leichteſten Vertrieb gewannen, wo ſeit uralter Zeit Karawanenzuͤge zuſammenfloſſen. Seit Mohammed's Bekantmachung des
¹) Von Petra, einer alten Stadt und einem Haupthandelsplatz für die Waaren des inne⸗ ren Arabiens. Noch jetzt ſieht man Ruinen, welche auf die ehemalige Größe und Pracht dieſer Stadt ſchließen laſſen, unzählige Säulentrümmer, in Felſen gehauene Gräber, merkwürdige Spuren eines Amphitheaters.
²) Hier iſt der Kaffeebaum, der Bunna der Araber, einheimiſch, und ſeine Frucht macht hauptſächlich den Reichthum von Jemen aus.


