Aufsatz 
Dia gynaikōn : ein Hymnus in homerischer Sprache zum hundertjährigen Gedächtnis der Königin Luise von Preussen / von ... Rothfuchs
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Am Schluss dieser Feier wurden die beiden in das Lehrercollegium neu eingetretenen Oberlehrer Lichtschlag und Dr. Rothfuchs durch den Director in ihr Amt eingeführt.

Nachmittags begannen die Lectionen des Wintersemesters.

Dem Gymnasiallehrer Dr. Suchier wurde von dem Herrn Minister der geistlichen etc. Ange- legenheiten das PrädikatOberlehrer verliehen(Verf. Kgl. Prov. Schulc. vom 23. October).

Vom 2. bis 9. November war Oberlehrer Dr. Suchier in Folge seiner Berufung als Geschwo- rener an der Ertheilung des grössten Theils seiner Lectionen gehindert.

Am 1., 2. und 3. Februar 1876 wurde das Gymnasium durch den Herrn Prov. Schulrath Dr. Rumpel einer eingehenden Revision unterzogen.

Wie im vorjährigen Programm pag. 36 mitgetheilt ist, war auf Grund einer Verf. Kgl. Prov. Schulc. vom 31. October 1874 durch Schliessung der hinteren Eingangsthür dem Publicum der Durchgang durch den Schulhof entzogen.Erst diese in jeder Hinsicht so heilsame, langersehnte Anordnung, hiess es an der genannten Stelle,macht es möglich, den Gymnasialhof, ohne durch die pisherigen unaufhörlichen Störungen gehindert zu werden, in ordnungsmässiger, den Zwecken der Schule entsprechender Weise zu benutzen. Wenn K. Pr. Sch. in der angeführten Verfügung die Hoffnung ausgesprochen hatte, die Stadtbehörde werdein Erwägung der vielen und grossen Vor- theile, welche der Stadt durch das Gymnasium erwachsen, für dessen Unterhaltung sie bisher nichts geleistet hat, namentlich auch in Erwägung, dass die freie Benutzung des Schulhofs für die gymna- stischen Uebungen der Schüler erforderlich ist, deren grösster Theil aus Hanau stammt, nichts thun, um einer Anordnung Hindernisse zu bereiten, welche lediglich im Interesse der Anstalt getroffen wird, so sollte diese Hoffnung leider nicht erfüllt werden. Die Stadt Hanau erhob gegen K. Pr. Sch. Klage wegen Besitzstörung, und wenn auch der Bescheid der ersten Instanz zu Gunsten der letzteren Behörde ausfiel, so wurde doch in der Appellationsinstanz der Stadt das Recht auf den ge- nannten Durchgang zugesprochen. Demnach musste, da Kgl. Pr. Sch. von der Ergreifung eines Rechtsmittels gegen das letztere Erkenntniss Abstand nahm, nach einer Verf. dieser Behörde vom 19. Februar durch Wiedereröffnung der hinteren Thür dem Publikum der Durchgang durch den Gymnasialhof am Tage wieder gestattet werden, wodurch dann die früherenunaufhörlichen Störungen sofort wieder herbeigeführt wurden.

Am 2. März verloren wir durch den Tod einen fleissigen, wohlgesitteten Schüler, den Unter- tertianer Hermann Hellwig, Sohn des Pfarrer Hellwig zu Büdesheim bei Hanau. Er starb nach längerem Leiden im elterlichen Hause.

Am 10. März fand in der Aula des Gymnasiums eine Feier zum Gedächtniss des hundertjährigen Geburtstages der hochseligen Königin Luise Statt. Die Festrede hielt der Gymnasiallehrer Dr. Wolff.

Am 22. März, Morgens 8 ½ Uhr, fand die Feier des hohen Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers und Königs in der Aula des Gymnasiums Statt. Die Festrede hielt der Gymnasiallehrer Dr. Duncker.

Nachdem die beiden Abtheilungen des Jubiläumsstipendium durch den Abgang ihrer bisherigen Inhaber zu Ostern 1875 erledigt waren, wurde durch Beschluss der Lehrerconferenz die Abth. I. dem Obersecundaner Otto Kraushaar, die Abth. II. mit Zustimmung Wohll. Stadtraths dem Obertertianer Emil Honst verliehen.

Mit dem besten Danke erwähne ich folgende Gaben, die dem Gymnasium im Laufe des Schuljahrs zu Theil ge- worden sind:

1) Von Kgl. Ministerium der geistlichen etc. Angelegenheiten: Voigt, Namenscodex der deutschen Ordens- beamten. Königsberg 1843. v. d. Launitz, Wandtafeln zur Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst. Cassel bei Theod. Fischer. Taf. XVIII XIX. Amtlicher Katalog der Weltausstellung zu Wien: Ausstellung des deutschen Reichs 1873.