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such der staatlichen und städtischen höheren Schulen(Lycées und Colléeges) und der Elementar- schulen erhält man ohne Umstände. Wie ich, wurden vorigen Winter andere Kollegen mit, und ohne besondere Empfehlung, auf ein einfaches Schreiben hin, von dem Vice-Recteur de l'Académie de Paris, Monsieur Gréard, einen Tag nach Abgang des Schreibens in Audienz empfangen, wobei man ihnen für die Stadt Paris, ihren Wünschen entsprechend, sofort eine „Autorisation“ überreichte. Immerhin empfiehlt es sich, ein offizielles Schreiben aus der Heimat mitzubringen und mit Hilfe von Empfehlungen die Bekanntschaft eines oder mehrerer fran- zösischen Kollegen zu machen, um sich in dem Gesuch und der Audienz auf sie berufen zu können. Ich hatte mir die Erlaubnis zum Hospitieren nur für das Lycée Henri IV und die Elementarschulen geben lassen, fand aber mit diesem Scheine unbedenklich auch an anderen Lyceen Aufnahme und freundlichste Berücksichtigung meiner Wünsche. Wie mir von mass- gebender Seite gesagt wurde, stossen französische Stipendiaten an preussischen Anstalten auf Schwierigkeiten betreffs Aufnahme. Wenn man bedenkt, dass der Andrang von deutschen Lehrern an Pariser Schulen ein ganz bedeutender ist, während sich die in Deutschland weilen- den französischen Kollegen doch auf die einzelnen Städte verteilen, so müsste man schon des- halb das ausserordentlich freundliche Entgegenkommen der französischen Schulverwaltung dankbar anerkennen durch eine ebenso freundliche Aufnalnme der französischen Gäste. Wenn man aber ferner erwägt, dass für uns Lehrer des Französischen der Zutritt zu französischen Schulen von grösster Bedeutung ist, so liegt gewiss der Gedanke recht nalle, die deutschen Regierungen möchten mit der französischen einen regelrechten Austausch ihrer neusprachlichen Lehrer zum Zwecke des Hospitierens anbahnen. So viel ich erfahren, würde man von französischer Seite gerne auf ein derartiges Abkommen eingehen. Ja, ein erster Schritt ist, dort schon gethan. Deutsche Lehrerinnen finden für 40 Francs monatlich Aufnahme(Woh- nung und Verpflegung) in den französischen Lehrerin-Seminarien(Erohes normales d'institutrices). Sie müssen sich jedoch zur Ubernahme von 10— 12 deutschen Konversationsstunden wöchent- lich verpflichten, wogegen sie im Umgang mit Lehrerinnen und Schülerinnen und durch Teil- nahme am Unterricht reichliche Gelegenheit haben, sich im Französischen weiterzubilden. Der Zudrang zu solchen Stellen ist bereits sehr stark. Bewerbungen sind zu richten an das Vinistèere de l'Iustruction publique, ée Burçan de la Direction de benseignement primaire, Piris, rue de Grenelle.
Die vorhergehenden Ausführungen haben gezeigt, dass man in Paris ausserordentlich bequeme und mannigfaltige Gelegenheit zu Hôrübungen hat. Es braucht kaum noch weiter ausgeführt zu werden, worauf der Lernende hierbei zu achten hat.
Nachdem der Anfänger sein Ohr an die fremden Laute gewöhnt hat, wird er seine Fertigkeit im raschen Verstehen des gesprochenen Wortes zu erweitern suchen. Dabei prägt er sich die häufiger vorkommenden Redewendungen gedächtnismässig ein; unverstandene Aus- drücke schreibt er sich auf, um nachher einen Franzosen oder ein Wörterbuch(ein französisches, am bequemsten den kleinen Larousse) darüber zu befragen. Nebenbei muss er aber auch auf lautliche und grammatische Erscheinungen, ja oft ohne sich viel um den Inhalt zu kümmern, in erster Linie auf diese achten. Er hat seine Aufmerksamkeit zu lenken auf die Aussprache der ihm noch nicht geläufigen fremden Laute, auf strenge Scheidung verwandter Laute, auf Sprechtempo, Tonfall, Intonation, Bindung, auf lautliche Doppelformen, sowie auf die Be- stätigung der ihm bekannten grammatischen Regeln. Hierbei wird er manche interessante Beobachtungen machen. Er wird konstatieren, dass die Franzosen die Bindung über Erwarten oft unterlassen und dass derselbe Franzose in feierlicher Rede viel mehr bindet als in der


