Aufsatz 
Über gewerbliche Genossenschaften
Entstehung
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ſie ſind, wie die engliſchen, meiſt von unſelbſtſtändigen Arbeitern gegründet, obſchon auch, beſonders in den Provinzen, mannichfache Aſſociationen zwiſchen Meiſtern und Geſellen vorkommen. Die dort in einer Probezeit von 25 Jahren unter den möglichſt ungünſtigen Umſtänden von mehr als 30 verſchiedenen Aſſociationen gemachten Verſuche haben die Thatſache feſtgeſtellt, daß Arbeiter, die unter den bisherigen Verhältniſſen nur einen ihren Bedürfniſſen kaum genügenden Arbeitslohn erwerben konnten, im Stande ſind, ein Geſchäft auf eigne Hand zu betreiben und außer dem Arbeitslohn auch den Gewinn des Geſchäfts und damit in einer gegebenen Zeit ein wirkliches Eigenthum zu erwerben, was ihnen unter den gewöhnlichen Verhältniſſen als bloße Lohnarbeiter, nach der feſten Ueberzeugung aller Theilnehmer, nie möglich geweſen ſein würde.

Wie in der politiſchen und induſtriellen Entwickelung Frankreich und Eng⸗ land den Deutſchen vorausgeeilt waren, ſo vermochten auch in der Maſſe unſerer Arbeiter, bei dem in der Nation überhaupt tief gewurzelten Trieb nach Son⸗ derung, die neuen Aſſociations⸗Ideen ſich nur langſam zu verbreiten, da zumal

Entſchluß auch nur von 16 Männern einmüthig angenommen und von allen Theilnehmern deren Zahl allmählich bis auf 50 wuchs, ſtreng durchgeführt zu ſehen, das begreift Jeder. Wir theilen nur noch das Reſultat der erſten, der mageren 5 Jahre ihres Beſtehens in einem Auszug aus ihren von der Regirung geprüften und abgeſchloſſenen Büchern mit. Im erſten Jahre(1848) betrugen die Viertelsabzüge des Arbeitslohns 4016 Fr. Im Geſchäft wurden 2500 Fr. zugeſetzt! Im zweiten Jahr: Lohnabzug 6023 Fr. Pro⸗ fit des Geſchäfts 6994 Fr; im dritten Jahr: Abzug 6468 Fr. Profit 6224 Fr.; im vierten Jahr: Abzug 6542 Fr. Profit 8500 Fr.; im fünften Jahr(1853): Abzug 7083 Fr. Profit 10,684 Fr. Alſo in den erſten fünf Jahren beträgt der reine Erwerb der Aſſociation(nach Abzug aller Koſten incl. Zinſen für das Vorſchuß⸗Darlehen) 30,133 Fr., an Gewinn vom Geſchäft nach Abzug des Verluſtes im erſten Jahr, der im zweiten ge⸗ deckt wurde, 29,904 Fr. zuſammen 60,037 Fr. Man kann nicht zweifeln, daß der jährliche Erwerb aus beiden Quellen in ſteigender Proportion zunehmen wird, ſo daß für die zweite Hälfte des zehnjährigen Termins etwa 100,000 Fr., alſo der Geſammtbeſitz der Aſſociation(incl. Inventars u. ſ. w.) bei der Liquidation(nach Abzug des Darlehens) auf etwa 120,000 Fr. anzuſchlagen ſein dürfte, was für jeden Theilnehmer ein Kapital von 7 8000 Fr. durchſchnittlich ergeben würde.

Darnach iſt nun kein Grund, daran zu zweifeln, daß jeder dieſer Arbeiter, die vor fünf Jahren mit nichts als ihrer Arbeitskraft angefangen haben, binnen fünf Jahren eingemachter Mann ſein und ſich aus der Tiefe des beſitzloſen Proletariats zu dem geſicherten Niveau eines behaglichen Mittelſtandes erhoben haben wird. Keinem aber von ihnen wird es einfallen zu behaupten, er hätte eine ſolche Erhebung auch auf einem andern Wege, als dem der Aſſociation, erreichen können. Bei einem längeren, etwa doppelt ſo langen Termine würden die Vortheile noch größer ſein; aber Remquet meint, das heiße der Enthaltſamkeit der Leute zu viel bieten.

Uebrigens iſt es ein Lieblingsgedanke des Gründers, die jüngeren Lehrburſchen in einer beſſern Haltung und Geſinnung heranzuziehen und mit ihnen nach Ablauf des Ter⸗ mins dieſer alten eine neue Aſſociation zu gründen. 4