Aufsatz 
Über gewerbliche Genossenschaften
Entstehung
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berechnen, daß der reine Gewinn für jedes Mitglied hinreicht, die Hausmiethe zu decken.

Dieſe Beiſpiele werden hinreichen, um die materiellen Vortheile dieſer Unternehmungen zu beweiſen, von deren Mitgliedern ganz ſicher kaum einer unter fünfzigen in ſeiner früheren Iſolirung hätte hoffen können, ſich ſo weit emporzuarbeiten. Aber ich brauche nicht zu erinnern, daß die materiellen Vor⸗ theile keineswegs die einzigen ſind, ſondern daß die Hebung des ſittlichen und intellektuellen Standpunkts noch bedeutender iſt. Und hier will ich nur einen Punkt hervorheben, daß nämlich die meiſten Aſſociationen zugleich ausdrücklich oder ſtillſchweigend Mäßigkeitsvereine ſind. In den meiſten stores werden keine Spirituoſen verkauft.

In Frankreich datiren die freien Arbeiter⸗Aſſociationen erſt von jener Zeit, da das Verunglücken der in den Nationalwerkſtätten angeſtellten Verſuche, und der blutige Aufſtand im Juni 1848 die Rückkehr von den Phantaſtereien des Socialismus zu den praktiſchen Bedürfniſſen der Gegenwart zur Folge hatten. Die Regirung ſelbſt ermunterte die Genoſſenſchaften durch Verwilligung eines Geſammt⸗Credits von 3 Mill. Franken, die jedoch nie zu dieſem Zwecke veraus⸗ gabt wurden. Von beſonderem Intereſſe ſind hierbei die größeren productiven Aſſociationen zum Gewerbebetrieb für gemeinſchaftliche Rechnung, von denen na⸗ mentlich über die in Paris beſtehenden ſehr genaue Nachrichten vorliegen. 8⁸) Auch

8) Aus den zahlloſen in Paris gemachten derartigen Verſuchen wählen wir eine der gedie⸗ genſten, die Buchdruckerei⸗Aſſociation Rem quet, heraus, über deren Operationen wir wie⸗ derum als Angenzeugen den Verfaſſer der Reiſebriefe, A. Huber(Band I, S. 206 ff.) reden laſſen.Der Gründer derſelben, Remquet, ſeit dreizehn Jahren Faktor in der bekannten Buchdruckerei von J. Renouard, faßte, als der Prnzwpal in Folge der po⸗ litiſchen Stürme des Jahres 1848 das Geſchäft aufgeben zu wollen erklärte, den mann⸗ haften Entſchluß, ob nicht auf dem Wege der Aſſociation das Geſchäft zu retten und dem Inhaber wie den mit Brodloſigkeit bedrohten Arbeitern zugleich zu helfen ſei. Dabei nahm er mit klarem Blick und wahrhaft gemeinnütziger Geſinnung das Ziel ins Auge, durch ein gelungenes Beiſpiel allen Arbeitern und Arbeitsherrn die rechte Bahn zu zeigen und zu brechen und ſie vor Abwegen zu warnen. Wie er nun mit 16 tüchtigen Arbeitern das Unternehmen begann, das Inventarium des Geſchäfts für 60000 Francs übernahm, unter welchen mißgünſtigen Verhältniſſen ihm endlich ein Vorſchuß von 80000 Fr. von der Regirungs⸗Commiſſion zur Deckung der erſten Zahlungen vorgeſtreckt wurde, mit welchen Opfern(jeder Theilnehmer mußte ſich den Abzug von ¹ ſeines Lohns zur Bildung des Betriebskapitals und eines Reſervefonds auf vorläufig 10 Jahre gefallen laſſen) und Gefahren das Unternehmen, beſonders in den erſten Jahren verbunden war, das Alles gibt einen ſehr lehrreichen Beitrag zur Geſchichte ſolcher Vereine, aber auch ein glänzendes Beiſpiel von ſittlicher und intellektueller Tüchtigkeit der arbeitenden Klaſſe. ſenn was das heißt, ſich auf zehn Jahre den vierten Theil aller bisherigen Lebensgenüſſe zu verſa⸗ gen und den Lohn ſolcher Entſagung erſt in zehn Jahren zu erwarten, und einen ſolchen