Aufsatz 
Über gewerbliche Genossenschaften
Entstehung
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es ſchon längſt ſo weit gekommen iſt, daß jeder Handwerker tagtäglich eine Maſſe Maſchinenarbeit als Theil ſeines Erzeugniſſes benutzt? Gewiß, nicht der unver⸗ nünftige Haß des Handarbeiters gegen die ihn mit Brodloſigkeit bedrohende Ma⸗ ſchinenkraft, ſondern die möglichſt beſte Benutzung derſelben zu den Zwecken des Handwerkerſtandes, die Umwandlung derſelben in einen treuen Verbünde⸗ ten des Handwerks, das kann allein zum Ziele führen, das allein kann des Handwerks zukünftige Aufgabe ſein.

Endlich gedenkt man durch Erſchwerung und Verzögerung der Nieder⸗ laſſung eines Gewerbtreibenden an einem Orte die mit dem Bedürfniß im Gleichgewicht ſtehende Anzahl der Meiſter erhalten zu können, gerade ſo, als wenn der Abſatz gewerblicher Arbeitsproducte ein für alle Fälle geſicherter ſei, als ob derſelbe nicht mit den wandelbaren Bedürfniſſen und Geſchmacksanſichten des Publikums, mit den wandelbaren Handels⸗Conjuncturen, mit der fortſchrei⸗ tenden Ausbreitung und Verbeſſerung der Verkehrsſtraßen, mit den Schwankungen des Geldmarkts und anderen Verhältniſſen in den innigſten Wechſelbeziehungen ſtünde. Und was dann noch von dem Schutze geredet zu werden pflegt, den das beſtellende und kaufende Publikum gegen Pfuſcharbeiten unberufener Meiſter in Beziehung auf Güte und Preißwürdigkeit der Waare anzuſprechen habe, ſo ſetzt dies eine Vormundſchafts-Bedürftigkeit Seitens der Conſumenten vor aus, die vielleicht zu einer Zeit Platz greifen mochte, da der Zunftder Zopf nach hinten hing und das Selbſtdenken in ſeinen Angelegenheiten dem Spieß⸗ bürger zu unbequem war, die jedoch heut zu Tage, Dank der fortgeſchrittenen Bildung, nicht mehr empfunden wird. Wer für ein Spottgeld einkaufen will, der weiß zum Voraus, daß er auch nur ſpottſchlechte Waare dafür erwarten darf. Der Conſument kauft oder beſtellt aber da, wo er weiß, daß ſeinem jeweiligen Be⸗ dürfniß am beſten entſprochen wird. Wer mir befriedigende Arbeit liefert, der erhält meine Kundſchaft, mag er als Schuhmacher oder als Steinmetz, als Kupferſchmied oder als Leinweber, als Tapezierer oder als Maler gelernt haben, mag er ſein Geſchäft ſelber betreiben oder durch tüchtige Gehülfen betreiben laſ⸗ ſen, mag er Maſchinenfrait oder Handarbeit oder eins mit dem andern bei ſeiner Arbeit zu Hülfe nehmen. Das Produkt allein gibt bei der Wahl des Publi kums den Ausſchlag, nach ſeiner Erzeugungsart fragt niemand; und ob ich bei einem Geſchäftsmann preißwürdige und tüchtige Arbeit zu gewärtigen habe, das ſagt mir nicht das Zeugniß ſeiner geweſenen Prüfungsmeiſter, ſondern die öf⸗ fentliche Meinung und ſein Credit. Auch die ſchärfſte Prüfungscontrole iſt außer Stand, dem ſittlichen und finanziellen Ruin einzelner Handwerker vorzubeugen, oder den trägen zur Verbeſſerung ſeiner Werkzeuge und zur techniſchen Vervoll⸗ kommnung ſeiner Arbeit anzuſpornen. Es gibt in der That nur eine wahre, un⸗ beſtechliche und allein ſichere Controle und das iſt, wir wiederholen es, der auf der