Aufsatz 
Über gewerbliche Genossenschaften
Entstehung
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mit dieſem ihrem wachſenden Einfluß beginnt nun aller Orten der Kampf der neuen Bürger, der Handwerker, gegen die alten Bürger, die Geſchlechter, woraus endlich das Eindringen der Zünfte in den Stadtrath hervorging. Die Kaiſer hatten dieſen Einfluß des bewaffneten Bürgerthums in ihren Kämpfen bald genug wahrgenommen und je nach ihren Gunſten oder Bedürfniſſen die Zünfte in einzelnen Städten bald begünſtigt, bald mehr beſchränkt oder ganz auf⸗ gehoben. Bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts war im Allgemeinen das ſtegreiche Durchdringen der Handwerker entſchieden, eine Anzahl Zunftmeiſter und Zunftgenoſſen mußten in den Rath anfgenommen werden. Hin und wieder mußte der Rath wie in Wetzlar noch Gott danken, wenn er nicht von den Handwerkern ohne Umſtände geſtürzt und vertrieben wurde und ſich in Güte mit ihnen zu verſtändigen vermochte ¹). Bald führte indeß das wachſende Selbſtvertrauen

drängen die Gewalthaufen der Bürger, über deren Kolonnen die rothen Fahnen flattern, die als Wappen die Handwerkszeichen führen; eines der Schuhmacher, ein anderes der Hufſchmiede, wieder andere der Schwertfeger ꝛc. Das Bild kann übrigens nicht vor dem Ausgang des 16. Jahrhundert gemalt ſein. Als dasſelbe vor einiger Zeit, ſeines ſchadhaften Zuſtandes halber, ſich hier im Muſeum befand, ſo wurden ſämmtliche mit ſeiner Wie⸗ derherſtellung verbundenen Koſten aus freiwilligen Beiträgen der Schüler unſerer Anſtalt beföriteen. Vergl. Period. Blätter der hiſtor. Vereine für Heſſen, Frankfurt und Naſſau 1854 S. 6.

Ein ſtarkes Beiſpiel eines ſolch ſchroffen Auftretens der Zünfte gegen den Rath der Stadt liefert der Bundesbrief der Schneider, Bierbrauer, Bäcker, Schuhmacher und Metz⸗ ger in Wetzlar, vom Sonntag Invocavit 1357(Orig.⸗Urkunde im Stadt⸗Archiv zu Wetzlar), deſſen Eingang wörtlich ſo lautet: Wir der Rait von den funf Handwerken der Stat zu Wetſlar die Gewantmacher die Bruwer die Becker, die Schuchmecher und die flei⸗hauwer Erkennen uns uffenlich in diſem bribe Daz wir mit gudem beradem mude ond mit eynmudegem willen um eyndrechtekeit um fruntſchaft, um gerechtekeit um ere des Richis und um notz der Stat eyne verſtrigunge und eyn virbuntnus han gedan, und gemacht mit dem Rade von der gemeynde unſir middegeſellen daz wir ſie num⸗ mer als lange als die werlt und die Stat geſteit uz dem Rade uzwerfen, virſtozen odir virdriben enſulen. JIz en were dan ſache daz iz eynre mit buſſcheide odir mit miſſedait virdienethe wa man daz mit ganzer warheide gewar würde, den ſulde der Rat von den funf Handwerken mit dem Rade von der gemeynde ſamentlich und mit eyn ander virſtozen und virdriben. Und ſullent alle iar uf Sente Myrtinis Dag ſiebene von der gemeynde in den Rait haben gehinde, So dan ſich daz iar verleufit und uz gegangen iſt So ſullent die ſiebene uz gehin und uf den nehiſten ſente myrtinis dag der dar nach allir nehiſt zu kumet an die ſiebene yn gan die von ynen dar zu irkoren ſint. Alſo daz yre allewege unde eweclichen aldis und nuwis Radis fierzehene ſullent ſin ꝛc.

. Alle dieſe vorgeſchriben artikle glowen wir intruwen bi dem eide den wir dem Rade gedan han, ſtede und feſte zu haldene ewecliche und allewege ane alle argeliſt und gefirde ec. Um daz daz alle dieſe vorgeſchriben virſtringunge, virbuntnus und artikle war ſtede und feſte bliben und gehalden werden So han wir die dru Handwerg die Gewant⸗ mecher die Schumecher und die fleizhauwer unſir eygene Ingeſigelle veſteklich an dieſen

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