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Schutzheiligen 2), bei jedem Kirchenfeſt erſchienen die Zunftgenoſſen mit we⸗ henden Fähnlein; noch heute finden wir an vielen Orten dieſe Fahnen mit den Innungszeichen— alte wie neue— in der Kirche, in der Nähe des Altars,
²) Von den Zünften unſeres Landes ſtanden mehrere unter dem beſonderen Schutz gewiſſer Heiligen, wie ſich aus den von ihnen geführten Wappen ergiebt. Von den Zünften der ehemaligen Erzdiöceſe Trier gehören dahin: 1) Die Schneiderzunft zu Limburg. Sie führt den ritterlichen St. Georg, den Lindwurm⸗Bezwinger, den Patron ihres Domſtifts, im Wappen; im Zunft⸗Wappen der dortigen Krämer figurirt der Erzengel Michael mit flammendem Schwert. 2) Montabaur. Hier zeigt das Siegel der Wollweber den Patron des Erzſtifts, den h. Petrus mit Buch und Himmelsſchlüſſel, vor ihm den Schild mit dem Kreuze von Kurtrier; die Mutter Gottes mit dem Kinde, in ſchöner ovaler Ein⸗ faſſung, erſcheint noch auf dem Wappen der Bäckerzunft von 1756, während der h. Bar⸗ tholomäus mit Buch und Meſſer der dortigen Metzger⸗Innung, nach deren Original⸗Siegel von 1675, ſeinen Schutz verleiht. 3) Die Schmiede⸗ und Wagner⸗Zunft zu Camberg hat ſich zu ihrem Patron erkoren den h. Eligius, Biſchof von Noyon, der eigentlich den Goldſchmieden entlehnt iſt, jenen erfindungsreichen und geſchickten Künſtler, der mit den Zeichen ſeiner ſpäteren Würde, mit Stab und Mitra geſchmückt, auf einem Stuhle ſitzend, mit dem Ciſelir⸗Hammer an einem goldenen Kelche arbeitet. Gerade ſo führt ihn die Zunft der Goldſchmiede zu Mainz in ihrem Siegel.— Was die Zünfte der ehemaligen Erzdiö⸗ ceſe Mainz angeht, ſo ſind hier die nachſtehenden Orte hervorzuheben: 1. Hattersheim. Hier erſcheint der h. Martin, des Erzſtifts hochgefeierter Schutzherr, zu Pferde, wie er mit dem Schwerte ſeinen Mantel theilt, um eines Bettlers Blöße damit zu bedecken', noch in dem 1806 ſehr geſchmackvoll gearbeiteten Wappen der Handwerks⸗Zunft. 2. Edders⸗ heim. Ein Schiff mit geſchwellten Segeln fährt durch die Wellen. An ſeinem Vorder⸗ deck ſteht, mit den Zeichen ſeiner Würde angethan, als wollte er den Stürmen gebieten, der Fährleute und Seefahrer letzter Tröſter, St. Nicolaus, der Biſchof von Myra. Dies das Wappenbild der hieſigen Schiffer⸗Junung. 3. Die Apoſtelfürſten, Peter und Paulus, ſtehend, mit verſchlungenen Händen, zieren das Zunft⸗Wappen der Fiſcher in Höchſt. Ein fetter Barſch, die Ergiebigkeit der Main⸗Fiſcherei in älterer Zeit andeutend, ſchwimmt zu ihren Füßen. 4. Das gewerbfleißige Hofheim verehrte noch 1723 den h. Lorenz als Patron ſeiner Bauzunft; Petrus und Paulus nehmen die dortige Handwerker⸗Zunft in ihren Schutz. 5. Selbſt die Leinenweber zu Ober⸗Urſel vergeſſen nicht, ihre drei We⸗ berſchiffſchen im Wappen der Zunft mit zwei übers Kreuz geſtellten Pfeilen zu zieren, dem Marter⸗Zeichen, womit ihres Ortes hochgefeierte Patronin, die h. Urſula mit ihrer jung⸗ fräulichen Schaar einſt für ihre Glaubenstreue den Tod erlitt. 6. Die ehrbare Hammer⸗ Zunft zu Ober⸗Lahnſtein zeigt noch 1724 im Bild ihres Wappens die h. Barbara, vor ihrem Thurme ſtehend, die Palme in der Linken.— Aus mehr proteſtantiſchen Landes⸗ theilen hat nur Braubach, das ehemals kurpfälziſche Lehen, für ſeine Zunft⸗Heiligen eine treue Erinnerung bewahrt. Die Zunft der Bäcker zeigt im Wappenbilde den heil. Marcus, zu deſſen Ehren einſt Graf Philipp v. Katzenelnbogen(1437) jene Kapelle auf der Burg Braubach geſtiftet, die ſeitdem ihren Namen mit dem des Heiligen vertauſcht hat. In der Linken hält er ſein geöffnetes Evangelienbuch, in der Rechten eine ſtattliche Bretzel; zu Füßen ſchreitet ſein ſymboliſches Thier, der Löwe.— Die Wagner-Zunft des⸗ ſelben Ortes, ein ſehr altes und dort heute noch blühendes Geſchäft, hat ſich dem Schutze 5 5 Antonius von Padua empfohlen, zu deſſen Füßen das treue Schwein nicht vergeſ⸗ en iſt.
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