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Blüten bilden kugelige Kätzchen. Die Schuppen der einzelnen Blüten entwickeln sich zu Stielen, welche sich oben schildförmig ausbreiten; an der Unterseite des Schildes hängen die 4— 8 Staubbeutel. Die weibliche Blüte ist eine nackte Samenknospe, welche ebenfalls nur von Schuppen umgeben ist. Zwischen diesen Schuppen bildet sich ein anfangs grüner Samenmantel(Arillus), welcher den Grund des Samens als ein breiter Ring umgibt. Der Ring vergrössert sich immer mehr, bis er endlich den schwarzen Samen becherartig umschliesst und zu der fleischigen scharlachrothen Beere wird, welche im September so schön von dem Dunkel der Blätter sich abhebt. Die Frucht ist eine Scheinfrucht, da ihre Hülle nicht aus dem Fruchtknoten entstanden ist. Am Rechneigraben stehen männliche und weibliche Eiben; die des botanischen Gartens ist weiblich. Die Eibe kommt eingesprengt als Einzelbaum in Wäldern vor; früher muss sie weit häufiger gewesen sein. Cäsar! berichtet: Catuvolcus... tödtete sich mit Taxus, welcher in Gallien und Germanien sehr häufig vorkommt. Mit der Frucht indessen kann sich Cat. wohl nicht getödtet haben, wie angenommen wird, da dieselbe nicht giftig ist. Die Zweige und Blätter sind giftig. Ob sich Cat. damit getödtet haben sollte!
Die Eibe liefert ein ganz vortreffliches schweres Holz, aus dem man im Mittelalter gerne Bogen und Armbrüste verfertigte. Die Eibensträucher vertragen den Schnitt sehr gut und fanden daher in der altfranzösischen Gartenkunst ähnliche Verwendung wie der Buchs. Vor der Villa des Herrn Baron v. Erlanger stehen zwei zugestuzte Boskets, welche an jene geschmaklose Kunstrichtung erinnern.
8. Quercus robur Mill. Die Stein- oder Wintereiche. Sa. Quercus pedunculata L. Die Stiel- oder Sommereiche.
Von diesen beiden deutschen Eichenarten steht dieerstere auf der Nordostseite neben Pinus Laricio, die andere auf den freien Plätzen nordöstlich und südöstlich vom Weiher. Es sind darunter drei recht hübsche Bäume; allerdings nicht zu vergleichen mit den Stämmen, die wir am Waldrande in der Nähe von Schwanheim, im Gerauer Forste oder in einzelnen Exemplaren in Wilhelmsbad, im Köperner Thal u. s. w. sehen.
Die Blüten sind bei beiden Eichen ziemlich gleich; die männlichen Blüten bilden lockere Kätzchen und stehen fast immer am vorjährigen Triebe, während die weiblichen Blüten büschelig sind und sich an den diesjährigen Trieben, demnach weiter oben, befinden. Bei der Stieleiche sitzen die weiblichen Blüten auf langen Stielen, woher auch der Name Stieleiche, was bei der Steineiche nicht der Fall ist. Dasselbe findet bei der Frucht statt. Die Eichel der Qu. robur ist kleiner, und das Schüsselchen(die verwachsene schuppige Blütenhülle) umschliesst einen grösseren Theil der Frucht als bei Qu. pedunculata. Bei erstercr stehen ferner die Früchte knäuelartig beisammen.
Das Blatt der Steineiche ist langgestielt, hat jederseits 6— 8 nicht tiefe, ziemlich regel- mässige Einbuchtungen und fühlt sich etwas lederartig an. Bei der Stieleiche ist das Blatt tief gebuchtet, so dass grosse Lappen entstehen, in der Regel fünf auf jeder Seite. Die Blatt- substanz ist papierartig, zieht sich an beiden Seiten des kurzen Blattstieles herab, wodurch der Stiel verdeckt wird und das Blatt wie sitzend erscheint. Bei beiden Arten stehen die Blätter an den
¹ Cäsar, De bello Gallico VI. 31.


