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sehr hoher Baum, auf welchen der Puter sich sicher fühlt; die Cypresse hat sehr lange wagrechte Aeste, auf welchen ein Vogel bequem sitzen kann; die Cypresse steht oft nahe an Felsen, üuber die der Puter, der sich mehr auf seine Beine als auf seine Flügel verlässt, sich leicht durch die Flucht retten kann. Die Cypresse steht ferner nahe an dem Wasser und Wasser will dieser Vogel wegen der Hitze, die sein starker Verdauungsprozess erzeugt: des Tages wenigstens dreimal u. s. W.“.
Ihr Platz unmittelbar am Wasser des Rechneigrabens ist ein gut gewählter. Die Wurzeln, welche sich weit und vielfach verzweigen, treiben eigenthümliche hohe kolbige Schösslinge über die Erde; bei der unsrigen bis auf eine Entfernung von 10 Mtr. und vielleicht noch weiter. Unser Exemplar hat einen Stammumfang von 4,5 Mtr., verzweigt sich alsbald über der Erde und gestaltet sich zu einer schönen stumpfen Kegelform. Die Höhe mag etwa 17 Mtr. betragen. Die Rinde sieht röthlichbraun aus. Die Blatter sind, wie bemerkt, zweireihig angeordnet, freudig grün, flach, linealisch, in eine Spitze auslaufend. Der Mittelnerv bildet auf beiden Seiten eine Rinne, welche gegen das Licht gehalten, durchscheinend ist. Die Länge der Blätter beträgt bis 1,5 Ctm. Sie fallen im Herbste mit den kleinen, sie tragenden Zweigen ab, so dass der Baum im Winter kahl aussieht. Die monöcischen Blüten erscheinen fast gleichzeitig mit den Blättern, mitunter noch etwas früher, die männlichen Kätzchen in den Blattwinkeln, die weiblichen am Ende kurzer Zweige. Letztere werden zu kleinen Zapfen, reifen im folgenden Jahre und färben sich alsdann braun.
Der Stamm liefert ein gutes Nutzholz, welches namentlich zur Verfertigung von Schindeln dient und im Handel unter dem Namen„Weisses Cedernholz“ geht.
Ein zweites Exemplar von T. distichum steht auf dem freien Platze südöstlich vom Rechneigraben, neben der Eibe. Durch seinen Schlussstand ist es viel schlanker geworden. Der Stamm geht gerade in die Höhe und bildet erst ziemlich weit oben seine Krone.
Taxodium dubium Stbg. kommt fossil vielfach verbreitet vor und wird als der miocene Vorläufer unserer Sumpfcypresse betrachtet.
Das mexikanische Taxodium, auch Montezuma-Cypresse genannt(T. mucronatum Ten), in der Nähe der mexikanischen Stadt Oaxaka hat fünf Fuss über dem Boden einen Umfang von über 95 Fuss. Dieser Riesenbaum, der jedoch seine Krone nur wenig über 100 Fuss hoch ausgebildet hatl, war schon zu den Zeiten der spanischen Eroberung berühmt; er soll perdinand Cortez und seinen Kriegern zum Lagerplatze gedient haben.
Auf der Westseite des Weihers, etwa in der Mitte und nicht weit vom Ufer, steht ein schlanker pyramidenförmiger Baum von etwa 8 Meter Höhe, gleichaltrig mit der Ceder, welcher mit dem Namen
4a. Taxodium sinense
bezeichnet wird. Während Endlicher diese Conifere als Glyptostrobus pendulus beschreibt, wird sie von Koch“ u. A. für eine Abart von T. distichum gehalten. Ihre Zweige sind alle nach oben gerichtet und dicht mit schuppenförmigen anliegenden Blättern besetzt. Geblüht hat sie bis jetzt noch nicht. Wie bei T. distichum fallen auch bei ihr im Herbste die Blätter
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und kleinen Zweige ab. 4
1 Grisebach, Die Vegetation der Erde, II, 328.— 2 K. Koch, Dendrologie, 2. Thl. 2. Abthl., pag. 197.


