Aufsatz 
Untersuchungen über molekularphysikalische Eigenschaften wässeriger Salzlösungen und ihrer Gemische
Entstehung
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3a. Pinus Laricio Poir., die Lärchenkiefer.

Nordöstlich, rechts vom Wege am Ende des Weihers. Sie hat unter den ihr verwandten Arten die grössten Nadeln, von denen zwei in einer Scheide stecken; dieselben sind manchmal nahezu spiralig gewunden. Ihre Heimat ist Südeuropa und Kleinasien.

4. Taxodium distichum EL. Zweizeilige Taxodie oder Sumpfeypresse.

T. distichum, auf der Ostseite in der Nähe der Silberpappeln, ist der schönste exotische Baum am Rechneigraben. Er gehört zu den Cypressengewächsen. Der Genusname Taxodium bezieht sich auf seine Achnlichkeit mit der Eibe, Taxus baccata, die Artbezeichnungzweizeilig auf die Stellung der Blätter. Die Heimat der Sumpfcypresse ist das südliche Nordamerika. Sie rückt von allen Bäumen am weitesten in den weichen Schlamm der Moräste vor, in demselben ein ungeheueres Wurzelwerk bildend. Sie gedeiht am besten da, wo der Boden stets vollständig mit Wasser getränkt ist, so in den Bassins und Buchten an den Ufern des Mississippi wie in den kleinen Landseen in der Mitte der unermesslichen Moräste Virginiens und Carolina's; wenn die Bäume grösser werden, sinken sie allmälig ein und füllen dann die Wasserbecken nach und nach aus, manche ihre aufrechte Stellung beibehaltend, andre nach verschiedenen Richtungen durcheinander liegend und den Boden bedeckend. Es stehen öfter ganze Gesellschaften von 100 bis 800 solcher vierzig bis siebenzig Fuss hoher Bäume beisammen, welche während eines Zeitraumes, der mehrere tausend Jahre umfassen kann, die Seebecken mit organischer Masse erfüllen. Zuweilen bricht aber der Fluss in dieselben ein und unterwühlt den Boden; die Cpressen werden dann sammt ihrem Wurzelwerk weggeschwemmt und bilden jene den Dampfschiffen des Mississippi so gefährlichen schwimmenden Bäume(Snakes), welche an der Ausmündung des Flusses in grossen Massen zusammengeschwemmt werden und ganze Holzlagen im Schlamme bilden.¹

Ein Frankfurter, Ferdinand Lindheimer, der schon seit mehr als 40 Jahren im fernen Westen weilt? und sich um die Erforschung der Flora von Texas sehr verdient gemacht hat, liefert in einem kleinen Buches, gedruckt 1879 bei Theodor Wentz dahier, eine recht anschauliche und originelle Beschreibung des Taxodium distichum.Die Cpresse, sagt er,steht in West- Texas, wo keine Sümpfe sind, reihenweise am Wasserrande klarer, fliessender Bäche und Ströme, oft so dicht gedrängt, dass zwischen zwei Stämmen kein gleicher dritter mehr Raum hätte. Wollte ein Maler solche Partieen zeichnen, wie an der oberen Guadalupe, am Spring-Creek, an der Sabinas, an der Medina vorkommen, wo oft in dichter Reihe 3 bis 7 Fuss dicke Cypressen sich finden, deren nackter Schaft allein 60 80 Fuss erreicht, man würde sein Bild unwahr und überladen nennen.

Sehr interessant sind in diesem Aufsatze die Beobachtungen über die Beziehungen des Puters(Meleagris gallopavo) zur Cypresse.Die Lieblingschlafstellen für Puter, Turkey roost, heisst es darin,sind die Cypressen und das aus mehreren Ursachen. Die Cypresse ist ein

1 Heer, Die Urwelt der Schweiz. Zürich 1865, pag. 307. Ist inzwischen als hoher Siebziger gestorben. ³ Aufsätze und Abhandlungen von Ferdinand Lindheimer in Texas. Herausgegeben von

einem seiner Schüler. 2