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Eine andere Species ist die auf dem Friedhofe z. B. mehrfach angepflanzte Deodaraceder des Himalaya, Cedrus deodara Roxb. Die Nadeln sind hier viel länger als bei der Libanonceder und die Aeste mehr hängend; die Färbung des ganzen Baumes ist heller und etwas weisslich. Sie bedeckt weite Strecken von Afghanistan bei Nepal, steigt bis zwölf tausend Fuss hinan und bildet die Hauptzierde des Gebirges. Vor mehr als zweitausend Jahren gab die Deodara- Ceder am Behutstrome(Hydaspes) das Material zu Nearch's Flotte her. ¹
Viele Botaniker übrigens erachten die Atlasceder sowohl, wie die indische nur als Varietäten der Ceder des Libanon. Der ganze Habitus der Deodaraceder macht indessen, wenigstens bei unseren Exemplaren, den Eindruck einer verschiedenen Species. Sie kommt bei uns auch weniger gut fort als die Libanonceder. Im Jahre 1871 sind fast sämmtliche Deodaracedern hier und in der Umgegend erfroren. Ich habe nur zwei Exemplare gesehen, die sich erhalten haben, das eine auf der Villa Kohn-Speyer in Königstein, 1857 gepflanzt, und das andere auf der Villa Reiss bei Cronberg vom Jahre 1864.
Das Cedernholz des Handels gehört den verschiedenartigsten Coniferen an.
von echten Nadelhölzern am Rechneigraben sind ferner zu erwähnen:
la. Larix europaea DC., die gemeine Lärche
mit den büscheligen abfälligen Nadeln. Drei grosse Bäume befinden sich auf der Ostseite am äussern Wege.
2. Abies canadensis L., die canadische Hemlocktanne,
ein Bäumchen mit überhängenden Aesten, auf der Südseite. Im Vaterlande erreicht diese Tanne die Höbe von über 20 Mtr.; aber auch bei uns wird sie ziemlich hoch. Ein schöner Baum steht Neue Mainzerstrasse 3, im Garten des Herrn von Heyder.
Abies orientalis L. Die morgenländische Fichte,
ebenfalls in einem jungen Exemplare auf der Südseite. Die kleinen dunkelgrünen vierkantigen Nadeln stehen an diesem Baume sehr dicht; Aeste und Zweige werden dadurch völlig bedeckt.
Abies pectinata DGC., die Edel- oder Weisstanne und Abies excelsa Lam., die gemeine Fichte oder Rothtanne
stehen in kleinen Vertretern zerstreut am Rechneigraben und in dessen Umgebung. Letztere bildet
mit der gemeinen Kiefer, Pinus silvestris L., unsere Nadelwaldungen; die Lärche und die
Edeltanne finden sich zwischen durch angepflanzt. Am Eingange zum Oberforsthause stehen eine
Roth- und eine Weisstanne, deren Wurzeln scheinbar mit einander verwachsen sind. Da und
dort in unsern Wäldern sieht man auch angepflanzt
3. Pinus strobus L., die Weimuth-(Weymouth.) Kiefer.
Auf der Ostseite am äussern Wege. Sie stammt aus Nordamerika. Die Nadeln stehen zu fünfen in einer Scheide, bei unserer gemeinen Kiefer zu zweien, sind dünn, lang, dreikantig. Die Aeste streichen wagerecht aus, eine eirunde Krone bildend.
Humboldt, Ansichten der Natur, Bd. II, Anmerk. 23 zu„Ideen zu einer Physiognomik der Gewüchse.“*


