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schaffung besonderer Blockständer durch die Schüler. Ausserdem befindet sich an dem Tische ein äusserst stabiler Modellträger, die denkbar einfachste Vorrichtung zur Auf- stellung des Hintergrundes und ein Wasserbehälter.
Die Stirnseite des Zeichensaales trägt eine Wandtafel von 4 m Breite und 1,20 m Höhe; ihr silbergrauer Grund ermöglicht die Herstellung von Zeichnungen in Kohle, Pastell und Aquarellfarben. Ausserdem laufen in dem Rahmen derselben auf Rollen zwei schwarze Tafeln, die dem Linearzeichnen dienen. Auf grossem Podium steht ein Modell- tisch in der bekannten Grundform der Schreibtische. Er dient gleichzeitig als Katheder. Eine der kleinen Nischen umschliesst einen Brunnen mit grossem Fayencebecken.
Ausgeschmückt ist der Saal mit Bildern, Büsten, antiken Gefässen und Orna- menten und mit den besseren Schülerarbeiten unter Wechselrahmen.
Unmittelbar hinter dem Zeichensaal, durch eine Tür mit ihm verbunden, befindet sich ein Zimmer zur Aufbewahrung des Schülerzeichenmaterials und der grösseren Zeichenmodelle. Ringsum an der Wand desselben sind Regale aufgestellt, deren nume- rierte Fächer an sämtliche Schüler verteilt sind. Elektrisches Licht erhellt, wenn nötig, den Raum. Der Zeichensaal mit diesem Nebenzimmer begünstigt in jeder Weise einen ordnungsmässigen Betrieb des Zeichenunterrichts, und es darf gesagt werden, dass er nach seiner ganzen Anlage mit zu den vollkommensten Zeichensälen in den deutschen höheren Schulen zählt. Troll.
Wenn man auf der östlichen Treppe heraufsteigend das zweite Stockwerk be- tritt, so erscheint zur rechten ein langer heller Flur; alle sechs auf ihn sich öffnenden Zimmer sind dem naturwissenschaftlichen Unterricht gewidmet. Fürwahr eine reichlich bemessene Zahl, zumal an einem humanistischen Gymnasium, aber es ist gewiss nicht nur Rücksicht auf die damit verbundene Realschule, sondern auch wohlerwogene Ab- sicht, wenn man diesen Unterrichtszweigen, in richtiger Würdigung ihrer Bedeutung auch für das Gymnasium, in unserer blühenden Industriestadt eine zweckdienliche und förderliche Stätte bereitete.
Zunächst öffnet sich das Zimmer für die physikalische Sammlung; die zwei neuen grossen, freistehenden Glasschränke nehmen sich neben den älteren, an den Wän- den verteilten Schränken gar stattlich aus; ein stoffbehangenes Wandbört zur Aufnahme grösserer und sperriger Apparate, zwei in das Mauerwerk eingelassene Wandschränke, ein Bilderschränkchen und ein grosser Ablegetisch vervollständigen die Einrichtung. Der Saal misst 9,65 m 2u 8,65 m, besitzt also ungefähr 80 qam Bodenfläche. Die Sammlung selbst weist neben guten Apparaten älteren Datums auch eine grosse Zahl neuerer auf; natürlich verlangen die Fortschritte der Physik und der Ausbau ihres Unterrichts eine sorgfältige Arbeit an der Vervollständigung der Sammlung, doch ist der Fachlehrer schon jetzt im Stande, die meisten Unterrichtsgegenstände mit Beobachtung und Experiment z beleben.—
Vom Sammlungszimmer aus betreten wir den Physiksaal. Dann folgt das Vor- bereitungszimmer, das Laboratorium, der Chemiesaal und das biologische Sammlungs- zimmer. Die Fussböden der beiden Sammlungszimmer sind mit Linoleum auf Gyps- estrich belegt, die anderen vier Räume aben besitzen Stabfussboden aus Buchenholz; die Experimentiertische sind auf eine um 12 cm erhöhte Stufe gestellt, von der aus an- steigend die Sitzbänke sich in ebensolchen Stufen erheben. So konnte man in bequemer


