Aufsatz 
Das neue Schulgebäude
Entstehung
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die in Stahlhülsen eingelassen sind. Letztere ruhen im Beton der Fussbodenunterlage. Die Reckständer stehen so ausserordentlich fest, ohne durch Unförmlichkeit zu stören, und können trotzdem beliebig ausgewechselt werden. Es ist darauf Bedacht genommen, dass sie weit genug von der Schmalwand entfernt stehen, um beim Sturmsprung bequem als Pfosten für das Sprungbrett dienen und gegebenenfalls auch das Ende der gegenüber angebrachten wagrechten Leiter tragen zu können. An der Seite tragen sie Löcher zur Befestigung des Freisprungseiles. Vor ihnen sind in Scharnieren drehbare Riegel in den Parkettfussboden eingelassen, die, heraufgeklappt, den Freisprungbrettern als Widerhalt dienen.

An den Wänden sind in Wechselrahmen Steinzeichnungen aufgehängt, die mit

dem frisch-fromm-fröhlich-freien vaterländischen Geist des Jahnschen Turnens in Einklang stehen, aber auch auf die Schönheitsideale der antiken Gymnastik hinweisen. Ein be- sonders reichlich ausgestatteter Verbandkasten ist in unserer Schule nicht vergessen worden. Engelhardt. Der Zeichensaal ist in das Dachgeschoss über der Turnhalle eingebaut. Dieses Geschoss bildet in seinem OQuer schnitt ein Dreieck. Um nun innerhalb desselben einen in der Höhe und Breite hinreichenden rechtwinkligen Raum zu erzielen, wurde die nach Norden liegende Dachseite von einem Erker durchbrochen, dessen Frontwand die nördliche Begrenzung des Zeichensaals bildet und die Fenster enthält; diese Wand entspricht in ihrer Längen- und Höhenausdehnung der des Saales. Die Länge beträgt 15 m, die Höhe 4 m.

Bei einer Saalbreite von 7,50 m innerhalb einer 12 m breiten Basis des Dach- geschosses verblieb nun ein grösserer Raum zwischen der südlichen Dachseite und der Südwand des Saales, den die Raumkunst des Erbauers der Schule in sehr geschickter Weise dadurch ausnutzte, dass er in drei grosse Nischen eingeteilt wurde. Durch diese Nischen, deren Rückwände abermals durch kleinere Erker mit oberem Rundbogenab- schluss vertieft wurden, hat der Saal eine bedeutende Vergrösserung erfahren.

Ausserdem dient der zwischen den Nischen verbliebene Raum zur Aufnahme von 15 Schränken, die Zeichenmodelle enthalten.

Das Licht empfängt der Zeichensaal von Norden her durch vier grosse Fenster. Die schmalen Wände zwischen denselben beeinträchtigen eine ruhige Lichtwirkung nicht. Die Fensterbrüstung hat eine Höhe von 1,20 m. Um das Licht noch weiter über Augenhöhe hinaufzurücken, sind die unteren Fensterscheiben durch Vorhänge abge- blendet, und zur seitlichen Isolierung der Lichtquellen dienen drei an der Decke be- festigte Vorhänge, die in Zweidritteln der Saalbreite rechtwinklig zu seiner Längsachse den Saal durchschneiden. Die drei kleinen Fenster in den Nischen auf der Südseite. mit lichtundurchlässigen Vorhängen versehen, dienen geöffnet nur zur Erzeugung von Gegenzug zwecks rascher Saaldurchlüftung.

An dunklen Tagen spenden sechs Bogenlampen an der Saaldecke, davon die Hälfte mit Reflektoren versehen ist, eine Helligkeit von 3300 Kerzen Lichtstärke.

Der Eigenart des Zeichenunterrichts wurde dadurch Rechnung getragen, dass jeder Schüler beim Arbeiten seinen besonderen LZeichentisch und Stuhl erhielt. Die Tische sind 75 cm breit und 80 cm tief. Die Tischplatte, ganz mässig abgeschrägt, hat einen Auszug, und in einer Vertiefung ruht eine schräg aufstellbare und seitlich zum Licht drehbare Platte, welche den Zeichenblock trägt. Diese Konstruktion erübrigte die An-