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blattziergefüllten Vierecken von den glatten, senkrechten, tragenden Flächen abgehoben. Decke und Wandpfeiler durch eierstabverzierte Kassetten und Leisten als getragene Fläche und stehende Pfosten unterschieden. Die Pfeiler sind oben ausserdem durch Schneckenhauswindungen als Lastträger kenntlich gemacht. Die Fenster, hier nur an einer Wand, aber kirchenähnlich hoch, in Bleiverglasung grünliche Antikscheiben haltend, die das Licht farbig mildern, mit bunten Wappen und Bildnissen bereichert. Das Mittel- fenster zeigt Landgraf Moritz den Gelehrten, den Gönner Eschweges, und Kaiser Fried- rich III., der als Kronprinz Friedrich Wilhelm der Schule seinen Namen verlieh. Rechts und links finden sich die Wappen von Eschwege, Kurhessen, Preussen und dem Deut- schen Reich. Wie die bildlichen Darstellungen vom Kreise Eschwege, so ist die schöne Schulorgel auf dem Sängerstand durch den Landrat des Kreises, Herrn Kammerherrn von Keudell gestiftet worden. Sie wird geblasen durch einen 1 P.S. Gleichstrommotor mit direkt gekuppelter Ventilation. Die Bilder der Germania auf dem Niederwald und des Kaisers Friedrich wurden der Anstalt durch Herrn Zeichenlehrer Troll gewidmet.
Die beiden elektrischen Deckenleuchter entsprechen der Stimmung des Ganzen. Sie zeigen matten Glasstäbchenbehang und verbreiten eine festliche Helligkeit von 4800 Kerzen Lichtstärke. Hinter dem Rednerpult und über den Sitzen des Lehrerkollegiums erhebt sich ein Umbau aus Kunststeinen, in denen 4 kleinere Wandpfeiler ein Relief tragen sollen, dessen Einfügung späterer Zeit noch vorbehalten ist.
Zu den Zimmern des Hauses rechnen wir das Direktorzimmer, das Lehrer- zimmer, die Lehrerbibliothek, das Warte- und Elternsprechzimmer.
Der Arbeitsraum des Direktors ist viereckig im Grundriss, sehr gross, aber durch niedrigere Deckenlage und dunkle, warme Farbentöne von anheimelnder Wohn- lichkeit. Der Blick fällt aus dem Fenster in das grüne Gebüsch des Schlossgartens. Das Lehrer- und Konferenzzimmer ist durch einen deckentragenden Flachbogen in einen grösseren und einen kleineren Abschnitt geteilt. In letzterem ein Frühstückstisch mit Eckbänken. Im grösseren Raum die hufeisenförmig gestellte Konferenztafel. In beiden Räumen tragen zur Wohnlichkeit die eingebauten Bücher- und Zeitschriftenschränke mit ihrem dunkelgrünen Holzwerk, die dunkelblaue Stoffbespannung und der wärmespendende Gaskamin mit handgehämmerten Beschlägen bei.
Die Zugangsräume, Treppen, Gänge. Hallen, sind nach den Gesetzen guter Raum- kunst gebildet. Die Gänge erhalten ihr Gepräge durch das ziemlich hoch einfallende Licht, so bleibt unter den Fenstern Raum für Kleiderhalter, und das Fensterglas ist nicht in Gefahr, zertrümmert zu werden. Die langen Kantenlinien der Deckenwinkel werden an den Enden der Gänge, die an die Treppenhäuser stossen, durch runde tragende Gurt- bogen abgeschlossen. Dadurch entsteht ein vielfaches Spiel reizvoller Durchsichten und Ueberschneidungen, am wechselvollsten an der Mündung der Haupttreppe in die untere Halle, wo noch die Zugänge zur Turnhalle an der Bogenführung beteiligt sind.
Hier, unmittelbar am Haupteingang, sind auch die Hallendecken durch kräftige Tragebalken kassettenartig gegliedert, befindet sich an der Wand das schöne Bronce- zifferblatt der elektrischen Hausuhr.
Gänge, Hallen, Treppen tragen ferner in die Wände eingelassene Nachbildungen antiker und renaissancezeitlicher Reliefs: Reitergruppen, Tanz und Flötenspiel, Wieder- sehen und Abschied u. a. m. Die Auswahl und Anordnung ist gut und zum Ganzen passend getroffen worden. Die beiden schönsten und inhaltreichsten: Orpheus und


