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V. Künstlerische Ausstattung.
Wer die Schule besichtigt, ist überrascht von dem freundlich-heiteren Eindruck ihrer Räume. Er beruht einerseits auf der reichlichen Lichtzuführung in Zimmern und Gängen, andrerseits auf der hellen Farbentönung der Wände und Decken. Zudem waltet überall eine vollkommene Zweckmässigkeit und absichtlich klare Einfachheit. Durch das ganze Haus tragen die wagrechten Linien der zwei- bezw. dreigeteilten Wandflächen das Gefühl der Ruhe und Stetigkeit. Das untere Drittel der Wandfläche ist zweckmässig dunkler gehalten, als die oberen beiden. In den Klassen zeigt es braun oder oliv, auf den Gängen mit den hellroten Fliessen wohl zusammentönend ein helles, glänzendes Grau- grün. Um die farbige Fläche gegenüber dem Weiss der Oberwand nicht zu tot erscheinen zu lassen, ist sie gegliedert; in den Klassen durch die breiten Holzleisten, in den Gängen und in der Turnhalle durch ein Rautenmuster. Bei hellem Sonnenschein wirft das Rot der Fliessen leicht bewegliche, zart rosafarbene Widerlichter an Wände und Decken, und von draussen scheint das Grün der Bäume herein. Das Holzwerk der Türen usw. ist, abgesehen von der Aula, durchgehends dunkel-oliv gehalten. Die Beschläge sind von gehämmertem und in den Vertiefungen gebräuntem Gelbmetall hergestellt.
Die schöne Zweckmässigkeit erstreckt sich vor allem auch auf die Raumbildung.
Alle Klassen sind im Grundriss rechteckig, sodass die Schüler mehr hinter- als nebeneinander sitzen und alle Bänke vom Lehrer gleichzeitig übersehen werden können. Die Grundfläche reicht wohl aus, es bleibt reichlicher Spielraum zwischen vorderster Bank und Tafel. Die Höhe der Klassen ist luftig, aber nicht übertrieben. Von den Klassenräumen sind klar unterschieden die Zimmer, Säle und Wandelhallen. Wenn die Halle die Höhe der Klassenzimmer beibehält, dafür aber durch grössere Längen- und Breitenausdehnung, auch durch gedämpfteres Licht und offene Zugänge als Erholungsraum gekennzeichnet wird, so erheben sich die Säle— Turnhalle und Aula— zu beträcht- licher Deckenhöhe.
Die Turnhalle, bis 6 ½ m Wandhöhe, bietet Spielraum für Klettertaue und Stangen — ihre Decke wird getragen durch schlichte, querlaufende Tragebalken von Eisenbeton. Der Deckenhimmel der Aula dagegen steigt bis zur Höhe von 9 m und ruht ausser auf den nach innen stufenartig einspringenden Längswänden noch auf 2 mächtigen, festlich geschwungenen Triumphbogen. In der Turnhalle beginnen die in drei Wände einge- setzten Fenster zweckentsprechend sehr hoch, dafür aber sind sie um so breiter ange- legt; so bleiben sie vor Stössen sicher und blenden keinen Springer oder aufsichtführen- den Lehrer. Die vierte Wand ist, wie die Abbildung zeigt, zweistöckig und in der Senk- rechten ausserdem durch 3 runde Gurtbögen und Pfeiler in 3 Tore gegliedert. Der untere Raum dient zur Aufstellung der gerade nicht gebrauchten Geräte, der obere als Kleider- ablage für die Schüler, die hier auch ihre Turnschuhe anziehen. Dieser Raum ist zu- gänglich vom unteren Schulgange aus. In die Turnhalle hinab führt eine besondere Treppe, sodass die Schüler die Turnhalle nicht mit staubigen Strassenschuhen zu be- treten brauchen. Die erwähnten 3 Gurtbögen und das nach aussen flachrund einsprin- gende Holzgitter des Umkleideraumes fügen dem sonst streng schlichten Inneren der Halle eine lebhaftere Note hinzu.
Die Linienführung der Aula ist demgegenüber durchaus auf Feierstimmung an- gelegt. Die Rundungen der weitgespannten Flachbogen sind durch doppelte Bänder von


