Aufsatz 
Das neue Schulgebäude
Entstehung
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sammlung von Staub in Fussbodenspalten macht der Linoleumbelag unmöglich. Auch sämtliche unteren Fensterflügel lassen sich öffnen, sodass es nur in der Hand des Lehrers liegt, stets eine möglichst unverbrauchte Luft im Zimmer zu erzielen. Die Schlangen der Dampfheizung laufen an der ganzen Aussenwand unter den Fenstern hin. Auch diese Einrichtung arbeitet zufriedenstellend. Um in den Uebergangszeiten der Ueberheizung vorzubeugen, sind zwei Heizkessel aufgestellt, die einzeln gebraucht werden können. Neben der Türe ist in jeder Klasse ein Thermometer fest in die Wand eingelassen, das durch ein glasverschlossenes Rohr auch von aussen abgelesen werden kann, zur leichteren Uebersicht für den Heizer.

Die Ausstattung der Klassenzimmer ist einfach und zweckentsprechend. Drei- teilige Tafeln sind an der Wand festgeschraubt. Die beiden Flügel lassen sich drehen und können zweiseitig beschrieben werden. Ringsum an der Wand läuft eine Bilderleiste einher, die das bequeme Aufhängen einer beliebigen Menge von Schmuck- oder An- schauungsbildern mittels S-förmig gebogener Messinghaken gestattet, ohne dass Nägel in die Wand getrieben zu werden brauchen. Jede Klasse besitzt ausser dem Lehrertisch noch einen Kartenständer nach König und einen viereckigen dauerhaften Papierkasten, ein Waschgestell und sonstige kleinere Gebrauchsgegenstände.

In Räumen, die auch in den Ferien benutzt werden, wie Direktorzimmer, Lehrer- zimmer, Wartezimmer, ist schliesslich noch ein Gaskamin angebracht, der eine Anheizung der gesamten Dampfanlage überflüssig macht. Auch können nicht nur einzelne Zimmer, sondern ganze Flügel oder Stockwerke beliebig aus der Heizung ausgeschaltet werden.

IV. Wandbekleidung.

Sehr wichtig in einer Schule ist die Art der Wandbekleidung. Es ist hier vor allem versucht worden, dauerhafte Stoffe zu verwenden. In den Klassenzimmern ist das untere Drittel der Wände, soweit der Abnutzung durch Stoss und Reibung zu begegnen war, Linoleum benutzt worden, das durch Holzleisten in Felder geteilt und befestigt ist. eine sehr glückliche Wahl! Ueber den Linoleumfeldern bis zur Bilderleiste zieht sich ein ungefähr 1 m breites Band getupften hellen Oelanstriches hin, darüber erst, kleineren Schülern nicht mehr erreichbar, die getünchte weisse Fläche. Auf den Gängen und in der Turnhalle sind die Wände nur zweigeteilt. Oben weiss getüncht, unten 1,50 m hoch mit ölgestrichenem Zementpressputz versehen. Auch diese Wandbekleidung würde sich als sehr haltbar erwiesen haben, wenn nicht der Fehler gemacht worden wäre, den Zement statt unmittelbar auf das Mauerwerk, auf eine Kalkputzschicht aufzutragen. Leider bildet nun der Kalk zwischen Mauer und Zement eine weichere Schicht, und bei Stössen blättert der Zement ab.

Im Direktor- und Lehrerzimmer sind die Wandflächen mit dunkelgrauem Rupfen- stoff bespannt und dieser ebenfalls durch Holzleisten in Felder geteilt.

In der Aula läuft ringsum ein hoher Sockel von dunkler Holztäfelung.

Der Fussboden der Gänge ist mit roten Tonfliessen belegt, in der Aula und in der Turnhalle liegt Parkett, in den übrigen Räumen, wie in den Klassen, Linoleum.