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Sammlungszimmer noch die Hörsäle für Physik und Chemie, ein Lehrervorbereitungs- zimmer und ein Raum für freiwillige Schülerübungen. Die 20 Klassenzimmer sind so an- geordnet, dass die Vorschulklassen, die Sexta und Quinta auf den untersten Gängen hausen, Quarta bis Untertertia realis nehmen das mittlere Stockwerk ein, Prima und Gymnasialsekunda die höchstgelegenen Räume. Gymnasial- und Realparallelklassen wechseln in der Reihenfolge ab. Die Wohnung des Schuldieners— Küche, Wohn- und zwei Schlafstuben, zusammen 86 qm— befindet sich im Untergeschoss, in dem auch ein grosser Raum für Fahrräder, für die Heizungskessel sowie eine Reihe von sonstig verwendeten Stuben vorhanden sind. Bodenräume, die später ausgebaut werden könnten, stehen reichlich zur Verfügung. An Ausgängen zählt das Schulgebäude vier, zwei nach der Strasse und ebensoviel nach dem Hofe hin, wozu noch zwei Türen der Turnhalle kommen, sodass das Aus- und Eingehen auch einer grossen Schülerzahl keine Schwierig- keiten bietet.
Ill. Die Einrichtung der Klassenzimmer.
Die ersten Anforderungen, die an ein Klassenzimmer gestellt werden müssen, sind die einer richtigen Beleuchtung, zweckmässigen und ausreichenden Lufterneuerung und gleichmässigen Wärme. Allen dreien ist in der neuen Friedrich-Wilhelms-Schule in löblicher Weise entsprochen worden.
Das Tageslicht fällt in jeder Klasse durch drei bezw. vier grosse Fenster von je 3 qam Fläche ein, die zusammen fast die ganze Aussenwand einnehmen, doch so, dass die Fensterbrüstung über den Pultdeckeln auch der grössten Schülerbänke liegt. Da- durch entsteht eine einheitliche, hochgelegene Lichtquelle, die infolge der Zimmerhöhe von 4 m bei einer Zimmerbreite von 6 m eine für alle Schülerplätze fast unterschiedslos vorzügliche Helligkeit spendet. Der weisse, bis zur Hälfte der Seitenwände herabge- zogene Kalkanstrich der Decke trägt weiter zur gleichmässigen Verteilung des Lichtes bei. Dass die Fenster, die sich nach S.O. und S. W. öffnen, überall zur Linken der Schüler liegen, ist heutzutage selbstverständlich. Fenster im Rücken der Klasse, durch die die Bänke beschattet, der Lehrer geblendet wird, sind bei uns vermieden. Das unmittelbare Sonnenlicht wird durch gelblichweisse Zugvorhänge angenehm gedämpft. Als künst- liche Beleuchtungskörper sind in jeder Klasse zwei 300-kerzige Osramdeckenlampen an- gebracht. Milchglasschalen blenden die Glühbirnen ab und werfen die Strahlen an die widerscheinende weisse Decke. So kann auch zur düsteren Jahreszeit stets auf die Augen der Lehrer und Schüler genügende Rücksicht genommen werden, ohne dass der Unterricht etwa in den späten Nachmittagsstunden abgebrochen zu werden brauchte.
Die Luft ist in den Klassenzimmern leicht rein zu erhalten. Einmal ist der Luft- raum infolge der Höhe des Zimmers ausreichend gross— bei voller Besetzung entfallen auf jeden Schüler ungefähr 7 chm Luft—; dann führt aus jedem Klassenzimmer ein Luftschacht bis in den Dachraum, der seinerseits reichlich mit Luken und über der Aula noch mit einem besonderen runden Lüftungsturm versehen ist. Die Luftschachte saugen die schwerere, kohlensäurehaltige, verbrauchte Luft aus der Nähe des Fussbodens schorn- steinartig nach oben. An jedem Fenster sind ferner oben schrägstehende Patentluftklappen von ausreichender Grösse angebracht, die sich spielend handhaben lassen. Die An-


