hieſigen Parteiverhältniſſen, wie kaum ein zweiter geeignet, dieſer für die Zukunft unſerer Vaterſtadt ſo wichtigen Schulfrage zu einer allgemein be⸗ friedigenden Löſung zu verhelfen. Seinen überzeugenden, eindringlichen Worten hauptſächlich war es zu danken, daß die Stadtverordnetenverſammlung die Bedürfnisfrage mit 20 gegen 12 Stimmen bejahte, und damit war die Er⸗ richtung der Höheren Mädchenſchule geſichert.
Nunmehr galt es, für die neue Schule eine geeignete Anterkunft zu beſchaffen. Die Großh. Bürgermeiſterei wandte ſich deshalb ſchon am folgenden Tage an die Großh. Staatsregierung mit der Bitte, ſie möge der Stadt zum Zwecke der Errichtung einer Höheren Mädchenſchule die Jeſuitenkaſerne— das alt⸗ ehrwürdige Aniverſitätsgebäude(Domus Universitatis)— unentgeltlich oder gegen eine geringe Mietentſchädigung überlaſſen. Dieſes Haus gehörte bisher dem Reichsmilitärfiskus, mußte aber beſtehenden Verträgen zufolge in nächſter Zeit an den Lniverſitätsfonds übergehen.
Die erwähnte Eingabe blieb lange unbeantwortet; deshalb ſah ſich die Großh. Bürgermeiſterei am 12. Januar 1887 zur Erinnerung an ihr Geſuch genötigt. Sie machte unter anderem auch darauf aufmerkſam, daß„dem Projekte in vielen Kreiſen der Bürgerſchaft volle Sympathie entgegengebracht und deſſen baldige Verwirklichung mit Spannung erwartet werde. Zudem ſei Mainz die einzige größere Stadt des Landes, welche eine ſolche Bildungs⸗ anſtalt nicht beſitze, ſo daß es bei dem unbeſtrittenen Bedürfnis nicht dringend genug gewünſcht werden könne, daß die ſeit längerer Zeit ſchon in der Schwebe befindliche Frage einer baldigen befriedigenden Löſung ent⸗ gegengeführt werden möge.“
Anter dem 20. Januar 1887 antwortete hierauf die Regierung mit einem kurzen Hinweis auf den anläßlich der Erbauung des Neuen Gymnaſiums auf der Kaiſerſtraße unterm 0. Juli 1885 abgeſchloſſenen Vertrag, der die ausdrückliche Beſtimmung enthalte, daß die Jeſuitenkaſerne der Stadt Mainz als Eigentum überlaſſen werde, ſobald ſie dem Aniverſitätsfonds angefallen ſei. Dies war am 29. September 1887 endlich geſchehen; an dem⸗ ſelben Tage noch überreichte Regierungsrat von Zangen dem damaligen, um das Zuſtandekommen der Höheren Mädchenſchule ebenfalls hochverdien⸗ ten Oberbürgermeiſter Dr. Oechsner die Schlüſſel zu dem Gebäude, und
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Umſchau nach einem geeigneten Schulgebäude.


