Aufsatz 
Geschichte der Mainzer Höheren Mädchenschule während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens . 1889-1914
Entstehung
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Der Beſchluß des ſtädtiſchen Schulausſchuſſes.

Bejahung der

Bedürfnisfrage in

jedoch war von vornherein des gerade hier zu erwartenden ſtärkeren Zuſpruchs wegen je eine Parallelklaſſe vorgeſehen. Der Lehrkörper ſollte außer dem Direktor 7 Lehrer und 6 Lehrerinnen umfaſſen; Religions⸗ und Zeichenunter⸗ richt ſollten im Nebenamte erteilt werden; für den Anterricht in weiblichen Hand⸗ arbeiten 26 Stunden wöchentlich wurde die Annahme einer Induſtrie⸗ lehrerin empfohlen. Man glaubte, gleich von Anfang an auf 600 Schüle⸗ rinnen rechnen zu dürfen, von denen man unter Berückſichtigung der für Schulgeldermäßigungen und⸗befreiungen aufgeſtellten Grundſätze eine Geſamt⸗ einnahme von 40302 M. erwartete. Abgeſehen von einer kleinen Anderung lagen dieſer Berechnung die Darmſtädter Schulgeldſätze zu Grund. An Gehalt für das Lehrperſonal waren 36480 M., für Schulbedürfniſſe aller Art 3250 M. und als Beitrag zum Penſionsfonds 244,509 M. vorgeſehen, ſo daß ſich die Geſamtausgaben auf 39 674,50 M. belaufen ſollten. Den ſich ergebenden überſchuß von 627,41 M. gedachte man zur Bildung eines Reſervefonds für unvorhergeſehene Ausgaben zu verwenden. Zuletzt wurde noch die Hoffnung ausgeſprochen, daßbezüglich des Lokals der ſtädtiſchen Verwaltung ſicherlich die Unterſtützung der Großh. Regierung aus den Mitteln des Mainzer Lniver⸗ ſitätsfonds um ſo weniger fehlen werde, als demſelben bekanntlich binnen Kurzem zwei militäriſche Gebäude zurückgegeben werden ſollten, von denen eines ſich vortrefflich zur Anterbringung der Schule eignen würde. Nunmehr war der Stein ins Rollen gebracht, und die Mädchenſchulfrage bildete in unſerer Stadt den Gegenſtand lebhafteſter Erörterungen und Aus⸗ einanderſetzungen, auf die wir jedoch aus naheliegenden Gründen hier nicht weiter eingehen. Inzwiſchen hatte der ſtädtiſche Schulausſchuß in ſeiner Sitzung vom 18. Oktober 1884 zu der Angelegenheit Stellung genommen und war mit allen gegen eine Stimme zu dem Ergebnis gelangt, daßdie Frage, ob ein Bedürfnis und Intereſſe zur Errichtung einer Höheren Mädchen⸗ ſchule vorhanden ſei, aus den verſchiedenſten Gründen bejaht werden müſſe. Am 22. Dezember 1884 kam dann die Sache vor die Stadtverordneten⸗

der Stadiverord⸗verſammlung. Die Berichterſtattung hatte Profeſſor Schlenger im Namen

netenverſammlung vom 22. XlI. 1884.

der Mehrheit der ſtädtiſchen Schulkommiſſion übernommen, ein Mann, aus⸗ gezeichnet durch ein hohes Maß pädagogiſcher Einſicht ſowie durch eine ſeltene Vorurteilsloſigkeit und infolgedeſſen, bei den damals recht ſchwierigen 8