Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
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50 Kap. 14.(S. p. 31, 39. H. No 32 36).

Alexander, 12 Jahre alt, nimmt an kriegeriſchen Uebungen Theil, die Philippus peranſtaltet, und erntet wegen ſeiner Tüch⸗ tigkeit deſſen Lob. Doch bedauert der König, daß der Sohn ihm ſo wenig gleiche. Dieſe Aeußerung macht Olympias beſorgt, ſie läßt daher in der Abweſenheit ihres Gatten Nektaneb rufen, um von ihm über Philipps Vorhaben Aufſchluß zu erlangen Dieſer befragt ſeine Sterntafel und verſcheucht die Beſorgniſſe der Kö⸗ nigin. Alexander hat der Conſultation beigewohnt und fragt den Aſtrologen, ob dieſer auch das eigene Schickſal und ſeinen Tod aus den Sternen vorher wiſſe. Nektaneb erwidert:Ich werde von meines Sohnes Händen ſterben. Am Abend gehen Alex. und Nekt. aus der Stadt, und der Sterndeuter zeigt dem Jüng⸗ ling die Geſtirne am Himmel:Sieh dieſes Geſtirn des Sirius, wie trübe(es ſcheint), und dieſen Ares, wie blutig, und dieſe Balti, wie heiterſtrahlend, und das des Schreibers Nobu, wie ſchön und das des Bil, wie glänzend. ¹) So waren beide zu⸗ ſammen an eine Grube gekommen,da ſtreckte der Jüngling Nektanebus zu Boden und warf ihn ohne Erbarmen in die Grube.

Als dieſer aber hineingefallen war, ſprach er zu Alexander: Was haſt du in deinem Herzen gedacht, mein Sohn Alexander, daß du deine Hand wider mich ausgeſtreckt und mich in dieſe Grube geſtürzt haſt? Alexander antwortete und ſprach zu ihm: Weil du, der irdiſchen Dinge unkundig, die himmliſchen erforſch⸗ teſt. Es ziemte dir nicht, daß du, während du die Dinge auf der Erde nicht wußteſt, wagteſt, über das, was am Himmel iſt, zu grübeln und dich abzumühen. Und Nektanebus erhob ſeine Stimme und ſprach zu ihm:Ich wußte mein Sohn, daß ſolches mir widerfahren würde; aber deſſen, was mein Leben beſchützen

¹) Dieſe Stelle haben nur noch S und p. Letzterer überſetzt: Vide stellam Herculis qualiter contuarbatur. Mercurius vero gandet. Jovem siquidem video coruscantem, und ſetzt wahrſcheinlich ſelbſtändig hinzu: Fata mea mihi propinquam mortem a filio meo comminantur.