Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
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sauctuaire ¹). Dieſer Sinopiſche Gott iſt Serapis(B, C, p ha⸗ ben deshalb auch Lepaneoo), deſſen Bild unter Ptolemäus I Lagi von Sinope nach Alexandria gebracht und in einem Prachttempel (Serapeum) im Rhatotisviertel aufgeſtellt worden ſein ſoll. Vgl. Tac. hist. 4, 83. Plut. de Iside et Osir. XXVIII. Der Kultus des Gottes war zwar in Egypten ſchon ziemlich alt, er erhielt jedoch unter den Ptolemäern eine ganz andere Geſtalt und wurde von ihnen beſonders begünſtigt. Noch berühmter, als der alexan⸗ driniſche Serapistempel, war wegen ſeiner Orakel der zu Kanobus, dieſem unweit Alexandrias gelegenen üppigen Badeorte. Strabo XVII, 801. Doch ſteht auch nichts im Wege, an das Serapeum zu Memphis zu denken(Strabo XVII, 32), das Mariette neuer⸗ dings wieder aufgegraben hat. L. hat allein die urſprüngliche Textgeſtalt bewahrt, ihm zunächſt kommen A und S. Bei B und C bemerke man wieder das charakteriſtiſche: de0«* a ev e-6evo«, ihr ſogenannter Gott, wie oben oi οπαα αάι ϑμμοα. Die Stelle gibt einen Beleg dafür, daß der Verfaſſer des griechiſchen Romans ein Alexandriner war. Denn, abgeſehen von ſeiner Kenntnis egyptiſcher Verhältniſſe, tritt bei ihm hier die Tendenz ſtark her⸗ vor, den Hofcultus der Ptolemäer zu verherrlichen. Ptah, der α pder egyptiſchen Götter, verweiſt die ihn Befragenden an den Serapis, damit dieſer ihnen Auskunft gebe ²). Zuletzt noch ein Wort über die historia de preliis. Ihr Text iſt hier mit Vorſicht zu gebrauchen, da die ganze Erzählung aus Diodor interpolirt iſt, um ſie mit der Geſchichte in beſſern Einklang zu bringen. Leo läßt nämlich den Nektanebus von Peluſium zuerſt

¹) Oder ſollte ëoy zu leſen ſein? Nach Eunap. vita Acdesii p. 61 ed. P. Steph 1616 wurde Serapis noch in ſpäterer Zeit zu Kanobus in ASpfois iepolc heimlich verehrt.

²) Ich bedauere, daß ich die ricerche Alessandrine von Giacomo Lumbrosi. Turin 1871 zur Vergleichung nicht beſchaffen konnte: Das Buch behandelt ausführlich den alexandriniſchen Serapisdienſt, ſowie überhaupt die Verſchmelzung griechiſcher und egyptiſcher Kulte in der Ptolemäerzeit.