Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
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man ſonſt für ſpätere Ausſchmückung gehalten haben würde. So erkennt man am Schluß des ſchon citirten Briefes, den A, V, Hl verloren haben, die Quelle vieler jener abenteuerlichen Berichte wieder, die B und C ihrer Briefform entkleidet und bereits im zweiten Buche, nach dem ägyptiſchen Feldzuge, einſchoben. Hält man die Textesrecenſion von A für älter, als die von B, was meines Erachtens unzweifelhaft feſtſteht, ſo iſt auch S älter als II da S ſich beſtimmt an den Wortlaut von A anſchließt, I aber vorzugsweiſe den Text von B reproducirt. Schon die Unter⸗ ſuchung der erſten Kapitel wird dies unzweideutig ergeben.

Wie die ſyriſche Ueberſetzung älter, als die armeniſche, ſo iſt ſie auch relativ treuer, als die lateiniſche; denn letztere be⸗ handelt ihren Grundtext in ziemlich freier Weiſe und zerſtört durch die Eigenartigkeit ihres Stils öfters den urſprünglichen Wortlaut. Der lateiniſche Müllerſche Text inclinirt ferner häufig in bedenklicher Weiſe zu B, ſo daß mir auch hier gewichtige Zwei⸗ fel an der Urſprünglichkeit der ihm zu Grunde liegenden griechi⸗ ſchen Recenſion aufgeſtiegen ſind. Genaueres an anderm Ort.

Da wir bereits einige Mittheilungen über die ſyriſche Ueber⸗ ſetzung beſitzen, ſo iſt es nöthig, dieſelben bier noch anzuführen. Es ſind dies:

1) Ein Auszug mit Notizen über die Beſchaffenheit und die Entſtehung der Handſchrift von P. Zingerle in der Zeitſchrift der deutſch⸗morgenl. Geſellſch. B. VIII, S. 835 837 u. B. IX, S. 780 784. Dieſe Mittheilungen umfaſſen jedoch nur die erſten 18 Kapitel des Pſeudok. oder 64 Seiten des ſyr. Manuſcripts. Auch iſt die Unterſuchung eine allzu ſummariſche, da jene 18 Ka⸗ pitel auf vier Seiten abgethan und nur nach ihrem ungefähren Inhalt beſprochen werden. Ebenſo iſt die Vergleichung der Hand⸗ ſchrift mit dem griechiſchen Pſeudokall. ohne Werth, weil nicht der ihr nah verwandte Codex A, ſondern der einer ganz andern Recenſion angehörige B, und auch dieſer nicht nach dem griechi⸗

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