Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
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Anhang über die kaspiſche Mauer iſt wahrſcheinlich ſpäter nach anderer Quelle hinzugefügt(nach der Handſchrift ſelbſt aus den Archiven von Alexandria entnommen) worden, ähnlich wie dies in Amit dem Werk des Palladius über die Brachmanen geſchehen.

Igch halte die ſyriſche Ueberſetzung noch für älter, als die armeniſche, kann aber hier den Beweis dafür nicht antreten, weil dies unter andern eine vollſtändige Analyſe der Epistola Alexan- dri ad KAristotelem über die Wunder Indiens, die allein bei S den enormen Umfang von 59 Seiten hat, nach A, V, H und S nöthig machen würde. Ich behalte mir daher eine aus⸗ führliche Darlegung der Sache für eine beſondere Abhandlung vor und führe nur beiſpielsweiſe an, daß gegen Ende des Brie⸗ fes, nach der Erzählung von den weiſſagenden Bäumen, an einer Stelle, wo A und V gar nichts mehr haben, H aber nur Text⸗ fetzen bietet, S noch eine ziemliche Anzahl von Wundergeſchichten anführt, in ähnlicher Reihenfolge und ähnlichen Inhalts, wie ſie p referirt 4). Zuweilen finden ſich Berührungen mit B und C, nie aber fallen beide, weder nach Form, noch nach Inhalt, ganz mit 8 zuſammen; ja es erweiſt ſich durch ſolche Uebereinſtimmung manches in B und C Enthaltene als etwas Urſprüngliches, was

¹) Um noch einiges anzuführen, was das hohe Alter von S beſtätigt, bemerke ich, daß der Briefwechſel über Alexanders Verſchwendungsſucht, der Bericht über die Erbauung von Alexandria und der Geſang des Ismenias einen ziemlichen Raum einnehmen. Ferner iſt die Erzählung vom Odon⸗ totyrannus, die bei A fehlt, bei S(auch bei H u. V) vorhanden und gleich nach derſelben werden aufgeführt: Eſelsmenſchen, Rabenſchnäbler, menſch⸗ liche Eber, Riemenfüße, Löwenköpfe, abnehmende Bäume, durch Flußwaſſer ſchwarz gefärbte Steine, unſichtbare griechiſch redende Stimmen auf einer Inſel des Oceans, kopfloſe, Erdſchwämme ſammelnde Leute, der Phönix und der Götterberg des Dionyſos; dann erſt mündet die Darſtellung von 8 wieder in die von A, V, H ein mit dem Bericht über die Beſtrafung der 50 verrätheriſchen Hindus. A u. W bringen dieſe Paſſagen erſt weit ſpäter (Müller Ps. Kall. p. 140 f.). Die Stellung bei S ſcheint nach äußern und innern Gründen die ältere zu ſein. Uebrigens fehlt auch bei 8 das Ant⸗ wortſchreiben des Ariſtoteles und der Brief Alexanders an Olym⸗ pias nicht.