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letzten Seiten Angaben über Zeit und Ort der Abfaſſung, ſowie perſönliche Notizen. Obgleich alſo dieſe Handſchrift erſt aus un⸗ ſerm Jahrhundert herrührt, muß doch die Quelle, aus der ſie gefloſſen iſt, ſehr alt ſein; denn die Textredaction entſpricht der älteſten alexandriniſchen, und die Sprache iſt rein altſyriſch. Zingerle verſetzt ſie deshalb ins V. Jahrhundert.
Eine ſo wortgetreue Uebertragung des ihr zu Grunde lie⸗ genden griechiſchen Originals, wie ſie für die armeniſche Ueber⸗ ſetzung charakteriſtiſch iſt, darf man freilich nicht bei dem Syrer ſuchen, da ihm die eigene unbeholfenere Sprache bei der wört⸗ lichen Nachbildung der prägnanten griechiſchen Ausdrucksweiſe die größten Schwierigkeiten entgegenſtellte; indes hat er ſich über⸗ all ſo genau als möglich an ſeinen Grundtext angeſchloſſen. Dieſer war an einigen Stellen ausführlicher und beſſer erhalten, als der des Parisiensis A und höchſt wahrſcheinlich verwandt mit dem von Leo in der Historia de pr. benutzten. Der ſyriſche Ueberſetzer zeigt zwar eine große Unkenntnis der griechiſchen Li⸗ teratur, Geſchichte, Geographie u. ſ. w. 4) und hat darum bei Stellen, die ihm nicht beſonders verſtändlich waren, zuweilen ge⸗ kürzt ²); er hat aber außer einigen kleineren Notizen ſprachlicher Art ³) und wenigen erklärenden ſachlichen Bemerkungen ⁴), die leicht kenntlich ſind, nichts von eigenen Erfindungen eingemiſcht, nirgends den Text in der Weiſe wie B und C tendenzi„ös gefärbt oder nach eigenem Ermeſſen zerſtückelt und umgearbeitet. Der
¹) Es mag auch vieles auf Koſten der ſpätern Abſchreiber zu ſetzen ſein, namentlich was die Verſtümmelung der Namen betrifft; z. B. wenn
aus Ounpos pag. 134 ein hu-Morus gemacht wird, als ſei die erſte Silbe des griechiſchen Wortes der Artikel.
²) Z. B. in dem Gedicht des Soterichus über die Zerſtörung The⸗ bens(Ps. Kall. I, 46. S. p. 143), jedoch bei weitem nicht ſo ſtark, als es V an dieſer Stelle thut.
³) So die Hinzufügung perſiſcher Wörter, Pa. Kall. I, 4 und ſonſt.
¹) Wie die Beſchreibung des Mauerbrechers, S. p. 141 uud 142 in. Pa., Kall. I, 45). 4


