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Die Handſchriften des griechiſchen Bſeudokalliſthenes und ſeiner älteſten Bearbeitungen.
Bevor wir an die Löſung der eigentlichen Aufgabe heran⸗ treten, erübrigt es, das gegenſeitige Verhältnis und die Beſchaf⸗ fenheit der Codices zu kennzeichnen, die bei den nachfolgenden Erörterungen in Betracht kommen. Erſteres mag einigermaßen das der Abhandlung angehängte Schema veranſchaulichen, letz⸗ teres bezwecken die gleichfalls beigefügten Tabellen, in denen das Weſentlichſte der bisherigen Forſchungen über die griechiſchen, lateiniſchen und armeniſchen Handſchriften zuſammengefaßt worden iſt. Ich ſchließe gleich hieran eine:
Beſondere Charakteriſtik der ſyriſchen Aleberſetzung.
Die Handſchrift(Cod. Ms. Bibl. Soc. Germ. Orient. no. 179, ich citire ſie mit S) iſt die Copie eines Codex, den der ame⸗ rikaniſche Miſſionar Perkins während ſeines Aufenthaltes unter den neſtorianiſchen Chriſten zu Orumiah in Perſien 1851 fand. Das Original enthält keine nähere Angabe über ſeinen Verfaſſer oder über die Zeit, in der es entſtand. Dasſelbe wurde mit einer von Perkins beſorgten Abſchrift der Bibliothek der amerikan. orient. Geſellſchaft zu Newyork einverleibt. Eine zweite Copie,— die bei dieſer Arbeit benutzte—, erhielt die deutſch⸗morgenl. Geſellſchaft 1852 zum Geſchenk. Sie iſt auf Papier geſchrieben mit neſtoria⸗ niſcher Schrift und Vokaliſirung und im Jahre 2162 der ſeleuci⸗ diſchen Aera(= 1851 n. Chr.) von dem Prieſter Azlan und dem Diakonen Jona gefertigt worden. Sie enthält von S. 1— 352 eine Ueberſetzung des Pſeudokalliſthenes nach der Faſſung von A und einen Anhang über die Abſperrung der unreinen Völker hinter dem Kaukaſus von S. 352— 384. Dann folgen auf den drei


