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licher Abhandlungen und vieler schätzbaren Nachrichten über Einrichtung und Verwaltung auswürtiger höherer Unterrichtsaustalten, während sie bisher zwar einen regelmässigen Pro- grammenaustausch mit den inländischen Gymnasien und der hiesigen höheren Gewerbschule unterhielt, aber hinsichtlich des Auslandes nur auf einen sehr mangelhaften Austausch auf Privatwegen angewiesen und beschränkt war.
Seit dem Monate Januar sind auch bereits Programme höherer Unterrichtsanstalten von mehreren deutschen Staaten durch Kurfürstliches Ministerium des Innern bei uns ein- gegangen.
In Folge eines freundlichen Erbietens des Turnlehrers Boppenhausen, dass er den Realschülern einstweilen Turnunterricht in seiner Turnhalle ertheilen wolle, und auf Honorar für denselben verzichte, falls die schwebenden Verhandlungen zu einem günstigen Resultate nicht führen sollten, und in Folge einer eben so freundlichen Zusage des Reallehrers Dr. Hölting in demselben Sinne, den genannten Turnlehrer hierbei zu unterstützen, wurde es möglich, von dem 22. Jauuar an einen regelmässigen, für jeden theilnehmenden Schüler der fünf oberen Klassen wöchentlich zweistündigen Turnunterricht einzurichten. Ein solcher erschien gerade in diesem Winter ein um so dringenderes Bedürfniss, je weniger die Witte- rungsverhältnisse den Schülern gestatteten, durch Schlittschuhlaufen und ähnliche Uebungen die Entwickelung und Kräftigung des Körpers zu fördern.
Am 26. Januar starb ein braver Schüler der Klasse VI. b, Wilhelm Armann, auf- richtig betrauert von seinen Lehrern und seinen Mitschülern.
Am 20. Februar ging die Nachricht ein, dass durch Beschluss Kurfürstlicher Regierung vom 10. Februar die beantragte Einführung des Winterturnens in die Realschule und die von den städtischen Behörden dieserhalb gemachten Bewilligungen genehmigt wor- den seien.
Am 25. Februar starb nach längerem Leiden ein seinen Lehrern und Mitschülern gleichfalls sehr werther braver Schüler der Klasse IV. b., Garl Conradi. Am 28. Fe- bruar begleiteten ihn die Lehrer der Realschule und die Schüler der Klassen I. bis V. zum Grabe. 2
Am 1. März erlitt unsere Studt und mit derselben auch unsere Realschule durch den Tod des Herrn Oberbürgermeisters Hartwig einen schweren Verlust. Derselbe war ja in so vielfacher Beziehung eine Zierde unserer Stadt und unseres Landes, insbesondere aber war ihm die Verbesserung und Hebung der Schulen eine wahre Herzensangelegenheit. An seine Person, namentlich in der Eigenscliaft als Mitglied der gegenwärtig tagenden Ständever- sammlung, knüpfte sich darum manche Hoffnung, wegen deren Erfüllung wir nunmehr ver- trauensvoll auf Andere unsere Blicke richten müssen. Als sich am 5. März Nachmittags 3 Uhr der ihn zum Graberführende Trauerzug unter dem Vorantritte der gesammten Geistlichkeit


