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Ein Beschluss Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 8. Mai lehnte ein Eingehen auf die gestellten Anträge in Betreff einer anderweitigen Organisation unserer Schule ab.
Die seit dem 20. Februar vacante vierte Elementarlehrerstelle an unserer Anstalt wurde von Kurfürstlicher Regierung unter dem 20. Mai durch den bisher bloss beauftragten Elemen- tarlehrer Georg Kothe wieder besetzt.
Kurfürstliche Stadtschulcommission benachrichtigte durch einen Beschluss vom 10. Juni, dass von den städtischen Behörden jedem der Elementarlehrer an der Realschule Wiegand, Zinn und Stern eine ausserordentliche persönliche Zulage von 50 Thalern vom Anfange und für die Dauer dieses Jahres bewilligt worden sei.
Dieselbe Behörde ermächtigte den Rechnungsführer der Realschule durch einen Beschluss vom 23. Juni, dem Schreiblehrer J äger für vier weitere wöchentliche Stunden eine Vergü- tung von 6 Thalern monatlich vom 1. Mai an bis auf Weiteres zu zahlen.
Am 20. August wurde das Geburtsfest Seiner Königlichen Hoheit des Kurfürsten durch einen öffentlichen feierlichen Schulact in gewohnter Weise begangen. Der beauftragte Real- lehrer Pfarrer Wachenfeld redete bei dieser Feier an das freudige Ereigniss des Tages anknüpfend über den Character und die Thaten des Landgrafen Friedrich II. von Hessen.
Durch ein Schreiben vom 28. August zeigte der Turnlehrer Boppenhausen an, dass die von ihm auf seinem Turnplatze vor dem Königsthore erbaute 80 Fuss lange, 40 Fuss tiefe und 16 bis 17 Fuss hohe Turnhalle nunmehr so weit vollendet sei, dass dieselbe vom Monat October an in Gebrauch genommen werden könne. Er bat zugleich um die nöthigen amtlichen Schritte zum Zwecke der Einrichtung des Winterturnens für die Realschule.
Der Erstatter dieses Berichtes, welcher stets der Ansicht war, dass das Turnen für un- sere Schüler in dem Wintersemester ein weit grösseres Bedürfniss sei, als in dem Sommer- semester, wo dieselben vielfach andere Gelegenheiten haben, ihre Körperkräfte zu entwickeln und zu üben, und welcher darum die Nachricht von der Erbauung der genannten Turnhalle mit aufrichtigem Danke sowohl gegen den Turnlehrer Boppenhausen als gegen die städti- schen Behörden, durch deren Förderung dieselbe möglich geworden war, entgegennahm, stellte noch an demselben Tage bei Kurfürstlicher Stadtschulcommission den Antrag, dass die regel- mässige Fortsetzung des bisher nur im Sommer ertheilten Turnunterrichtes auch während des Wintersemesters genehmigt und die hierzu nöthigen Geldmittel bewilligt werden möchten.
Bei dem Beginne des Wintersemesters am 13. October war eine Entscheidung auf diesen Antrag noch nicht erfolgt.
Da das Wintersemester eine nicht unerhebliche Steigerung der Schülerzahl gebracht hatte, so beantragte der Berichterstatter am 23. October die baldige Anschaffung von zehn Stück neuen zweisitzigen Subsellien, damit es möglich sei, auch Theile der Zimmerräume, für welche vier- und dreisitzige Subsellien zu gross sind, zu besetzen. Nachdem am 16. December durch zwei Mitglieder des Bürgerausschusses das Bedürfniss festgestellt worden war, ging


