Aufsatz 
Kaiser und Reich. Rückblicke auf Deutschlands Vergangenheit bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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land während ihrer Römerzüge glückliche Erfolge. Dem habsburgi- schen Geschlechte war es vor allen andern gelungen durch Erbschaft und Besitznahme ausgedehnten Länderbesitz zu erwerben; Carl IV. hatte die Lausitz, Schlesien und die Mark Brandenburg dem Hause Luxemburg erworben, so dass diese mit Böhmen ein abgerundetesGe- biet bildeten. Das Haus Baiern und die Burggrafen von Nürnberg (das Haus Zollern), die Grafen von Württemberg und Markgrafen von Baden, alle hatten eine Bedeutung erhalten, die braunschweigi- schen Lande dagegen waren durch viele Theilungen sehr zersplit- tert. Die Städte waren ihrer Kraft bewusst worden, gleichwie in Italien, mächtige Bündnisse(Hansa, rheinischer und schwä- bischer Städtebund, Städteverbindungen im Elsass) gaben ihnen Nachdruck.

Carl IV. wusste es zu ermöglichen, dass sein Schn Wenzel (1378 1400 1419) sein Nachfolger wurde, nach dessen Absetzung folgte Ruprecht v. d. Pfalz(1400 1410), Schwiegerschn Fried- richs V., des Burggrafen von Nürnberg, und diesem Sigismund (1410 1427), König von Ungarn und Böhmen, Wenzel's Bruder, der auf kurze Zeit Jost, Markgraf v. Mähren(1410 1411) zum Gegenkönig hatte; Uneinigkeit im Reich, Uneinigkeit in der Kirche, denn auch die geistliche Oberherrschaft wurde von drei Päpsten in Anspruch genommen, von Gregor XII., Benedict XIII. und Jo- hann XXIII. Die Kirchenversammlung zu Costnitz sollte die Kir- chenfragen erledigen und über Huss zu Gericht sitzen; die Vor- boten der Reformation wurden sichtbar.

Mit Albrecht II.(1437 1439), Sigismunds Schwiegersohn, beginnt die Reihe der Kaiser aus dem Hause Habsburg-Lothringen, welche nur einmal durch Carl VII. von Baiern(1742 1745) unterbrochen wird. Sein Nachfolger, Friedrich III., sass dreiund- fünfzig Jahre(1440 1493) auf dem deutschen Throne, bis ihn dessen Sohn Maximilian I.(1493 1519) bestieg. Locker war im gan- zen das Band, welches das deutsche Reich zusammenhalten sollte, weder im Innern eine einheitliche Organisation, noch nach Aussen eine machtgebietende Stellung, die Decentralisation war zu überwiegend, um das Gedeihliche einer Centralisation, die noch keinen uniformen Schematismus zur Folge zu haben braucht, zur Geltung kommen zu lassen. Die Rechtsunsicherheiten, welche durch das Fehdewesen und die Selbsthülfe vorhanden waren, hatte man durch verschiedene Land- frieden vergeblich zu beseitigen gesucht, unter Maximilian wurde nun

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