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Die Einkünfte des Reiches bestanden aus den Zöllen, von denen übrigens ein grosser Theil verkauft, verpfändet oder verschenkt worden war, sodass nicht viel übrig blieb. Ferner in den Ueber- schüssen aus der Münzprägung, bez. dem Münzregal, welches eigentlich dem Kaiser zustand, von diesem aber anderweitig verliehen war, dergestalt, dass der Kaiser zu Gunsten landesherrlicher Münz- stätten häufig sich des Rechts begeben hatte, neue anzulegen, und die Münzherren die Münzprägung durch willkürliche Verschlechterung der Münzen zu einem für sie einträglichen Geschäfte machten. Von den Juden ward unter dem Namen Schutzgeld eine Kopfsteuer ent- richtet, durch welche sie ihres rechtlosen Zustandes enthoben und an Gut und Leben geschützt werden sollten, was aber nur gar zu oft nicht geschah. Der Bergbau auf Edelmetalle war Regal ebenso die Salzgewinnung, doch das Bergregal wie das Salzregal wurde schon frühzeitig zu landesherrlichen Regalen durch Verkauf oder Ver- pfänden. Unter der Bezeichnung Beden oder Beten(Bitten) werden dem Kaiser Abgaben gegeben, die als Gegenwerth für den durch ihn und seine Krieger geleisteten Schutz zu betrachten sind; diese Abgaben haben also den Character einer Kriegssteuer und einer Civilliste nach unseren Begriffen.
Den Städten werden besondere Stadtrechte verliehen, ver- möge deren sie sich ihre städtische Obrigkeit selbst zu wählen hatten und ihnen auch zum Theil das Recht über Leben und Tod bei Aus- übung der Gerichtsbarkeit zustand, was wohl in Norddeutschland durch das Aufrichten einer Rolandssäule auch äusserlich erkennbar gemacht wurde. Die Städte erhielten auch Markt- und Stapel- rechte, Zollfreiheiten und Bestätigung ihrer Zunftstatuten, nach denen Trennung der Arbeitsgebiete bestanden, und den städti- schen Handwerkern wurde durch Bestimmung der Bannmeile auch Schutz gegen auswärtige Concurrenz gewährleistet, wie es sich selbst bis in die letzten Tage des Zunftwesens erhalten hat.
Nach dem unglücklichen Zwischenreiche wurde mit einer seltenen Einmüthigkeit Rudolf von Habsburg(1272— 1291) zum Könige gewählt, und mit Ernst und Nachdruck suchte er für die Sicherheit von Person und Eigenthum zu wirken, indem er rück- sichtslos dem Raubritterthum entgegentrat. Mit ihm beginnt eine Reihe von Königen und Kaisern aus verschiedenen deutschen Für- stenfamilien, und indem er die Interessen seines Hauses namentlich in der Ostmark suchte, legte er den Grund zur Macht des öster-


