Aufsatz 
Kaiser und Reich. Rückblicke auf Deutschlands Vergangenheit bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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hunderte nicht vermochten, in sieben Monaten ward es vollbracht! Hätten sie doch ihre Augen nie von den deutschen Interessen so weit abgewendet, dass sie von dem welschen Länderbesitz bethört, an eine neue Heimath in dem schönen Italien dachten.

Ewig denkwürdig sind die Römerzüge, welche die Hohenstaufen unternahmen, ewig denkwürdig der Kampf zwischen Friedrich II. (1212 1246) und dem Papste Alexander III. und dann die schmachvolle Zeit, wo fremde Fürsten, Richard von Cornwallis und Alfons von Castilien als Gegenkönige auftraten.

Nebenbuhler der Hohenstaufen waren die Welfen, die Kümpfe zwischen ihnen werden theils auf deutschem, theils auf italienischem Boden ausgefochten; jene kämpften für die Unabhängigkeit des deut- schen Reiches von dem Papste, diese standen auf des letztern Seite und unterstützten die Herrschaft des obersten Kirchenfürsten. In diese traurige Zeit fällt ein Lichtblick: die immer mehr zur Ent- wicklung kommende Kraft des Bürgerthums, welches genöthigt ist zur Selbsthülfe zu schreiten, um Ordnung und Ruhe zu schaffen, welches sich geeinigt hat in seinen Innungen und Zünften, und Bünd- nisse mit den Städten schuf, die achtunggebietend dastanden und deren Freundschaft die Fürsten suchen mussten. Friedrich's II. Sohn, Heinrich, während des Vaters Abwesenheit als römischer König Reichsoberhaupt in Deutschland, erliess auch unterm 23. Januar 1231 ein Edict gegen die Bildung von solchen Gesellschaften, Zünften oder Eidbündnissen, allein dadurch konnte dergleichen nicht aufgehalten werden.

Ohne Krönung durch den Papst gab es also keinen Kaiser, das Oberhanpt des heiligen römischen Reiches deutscher Nation war der erwählte und zu Aachen gekrönte König, der noch bei Lebzeiten des Kaisers gewählte König ward auch noch besondersr ömischer König genannt. Schon seit lange war es Sitte geworden, dass die sieben Kurfürsten allein das Wahlrecht batten, vier weltliche und drei geistliche, sie galten als dieHauptsäulen des Reichste; war der Thron erledigt, so besorgten zwei derselben einst- weilen die Geschäfte. Der Kaiser musste schwören,dass er das Recht stärken und das Unrecht kränkend dem Reiche vorstehen wolle zu seinem Rechte zum Besten als er könne und möge, und das Reich allezeit mehren soll und nicht ärmer machen. Er war nicht unver- antwortlich, sondern konnte vor dem Pfalzgrafen bei Rhein zur Rechenschaft gezogen werden, sofern jedoch das Urtheil an seinen