Aufsatz 
Kaiser und Reich. Rückblicke auf Deutschlands Vergangenheit bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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Krone gelegt, denn der Papst konnte sich weigern zu krönen, wenn ihm die Person des Thronfolgers nicht genehm war und gegnerische Päpste betrachteten die Handlung der Krönung wohl gar als eine Verleihung eines Beneficiums, den Kaiser als päpstlichen Vasallen.

Ludwigs Sohn, Lothar, ward Kaiser, Ludwig bekam Deutsch- land(Ostfranken), Carl d. Kahle Frankreich(Westfranken), sein Sohn folgte ihm 855 875 in der Kaiserwürde, welche dann auf Carl d. Kahlen überging, von dessen Schn Ludwig, der die Krone nur ein Jahr trug, kam sie auf Ludwigs des Deutschen Söhne Carlo- mann und Carl III., den Dicken, im J. 880, nach des ersten, im nämlichen Jahre erfolgten Tode wurde Carl III. 887 abgesetzt und seines Bruders Carlomann natürlicher Sohn Arnulf(von Kärn- then) erhielt die Kaiserkrone; ihm folgte nach seinem Tode 899 sein siebenjähriger Sohn Ludwig, deshalb das Kind genannt, welcher aber schon 911 starb, so dass mit ihm für uns das Haus der Carolinger er- loschen ist, während in Frankreich von demselben noch unbe deu- tende Fürsten den Thron weiter inne haben.

Die Reichsgrenzen sollten durch die Markgrafen geschittzt werden, Herzogthümer bestanden als Lehen im Innern, die Send- grafen vermittelten in allen Theilen des Reiches den Verkehr mit dem Reichsoberhaupte, so hatte Carl d. Gr. angeordnet. Unter seinen schwachen Nachfolgern, namentlich aber während der Thron von Ludwig dem Kinde besetzt war, hatten sich die Bande gelockert und die Fürsten strebten nach Unabhängigkeit.

Trotz der Erblichkeit der Krone hatte die Nachfolge doch noch der Bestätigung der Reichsfürsten, weltlicher und geistlicher, bedurft, nun aber war kein Nachfolger da und man wählte Herzog Konrad I. von Franken auf den erledigten Thron; aus der Erbmonarchie ward ein Wahlreich. Nach seinem Tode(918) wurde Heinrich I. aus dem sächsischen Stamm gewählt, welcher dem Reiche fünf Herr- scher gab(Heinrich., die drei Ottonen und Heinrich II. 1024), dann folgten die beiden Franken Konrad II. und Hein- rich III. 1056. Mit Würde und Kraft führten Heinrich I. und Otto I. das Scepter. Die Päpste wurden immer schwieriger, wollten, wie schon oben gesagt, die römisch-deutsche Kaiserwürde nach ihrem Belieben verleihen, die weltliche Oberherrschaft der Kaiser nicht an- erkennen und dieselbe nur als Schutzherrschaft betrachten, anderseits aber sollte der Kaiser mit der Wahl des Papstes nichts zu schaffen haben, es sei vielmehr nur seine Pflicht, behaupteten sie, dieselbe