Aufsatz 
Kaiser und Reich. Rückblicke auf Deutschlands Vergangenheit bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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nischen Mark bildete, bis hinauf in die Jütische Halbinsel hinein (Nordalbinigien) und berührte die Küste der Ostsee. Gegen die sla- vischen Völker bildete zum Theil die Elbe die Grenze, dann weiter schied das Gebirge gegen Böhmen, die Grenze gegen Moravien(Mähren), ging dann abwärts bis zur Theis, lief an dieser südlich bis zu ihrer Mündung in die Donau und von der Mündung der Sau in diesen Strom an der Sau aufwärts, um sich dann fast in einem rechten Winkel etwa unter dem 35. Grade bis an die Küste des adriatischen Meeres zu erstrecken. Von Italien gehörten ausser dem päpstlichen Gebiete nur die Inseln Sardinien und Sicilien(Corsica zu Carl's Reiche) und vom Festlande das Herzogthum Neapel und Gaeta, sowie die südlichen Spitzen der beiden Halbinseln(Calabrien, Apulien) und das Herzog- thum Benevent nicht dazu.

Mit welchem Herrscherblick und mit welcher Sorgfalt Carl re- gierte ist erstaunlich, and mit welcher Genauigkeit er Alles anordnete und wie er sich um scheinbar Unbedeutendes küümmerte, zeigt sein Capitulare de villis. Und neben allem fand er noch Zeit die Wis- senschaften zu unterstitzen und selbst zu lernen, an seinem Hofe hatte er die gelehrtesten Männer seiner Zeit um sich, er gründete Schulen und forderte, dass gelernt werde. Noch bei Lebzeiten traf er Verfügungen für die Nachfolge; seine Söhne sollten als Könige das Reich theilen, aber einer sollte als Kaiser über den lübrigen stehen und alle Ländermassen zu einem grossen Ganzen zusammen- halten; hiermit war einer straffen, schädlichen Centralisation vorge- beugt, zugleich aber auch der Zusammenhang gesichert, auf Nationali- täten war freilich nirgends Rücksicht genommen.

Doch von seinen Söhnen blieb nur Ludwig übrig, der, fern von des Vaters Geistesgrösse und seiner Mannhaftigkeit, ein Pfaffen- knecht war, der wohl 814 den väterlichen Thron bestieg, aber ihn nicht auszufüllen vermochte. Ohne Einfluss selbst auf seine Söhne, rief er dadurch die schmähliche Empörung derselben gegen den eignen Vater und den Krieg der Brüder unter sich selbst hervor. Durch den Vertrag zu Virten(Verdun) i. J. 843 entstand als getrenntes Ostfrankenreich ein deutsches Reich. Carl hatte Aachen zur Krönungsstadt bestimmt und dieses somit gewissermassen zur Haupt- stadt gemacht, der Schwerpunct des ganzen Reiches war also Deutsch- land, die Thronfolge war erblich, der Papst aber sollte die Krönung und Salbung des Oberhauptes der Christenheit vollziehen, damit war aber auch der Keim zu päpstlichen Eingriffen in die Nachfolge der