Aufsatz 
Kaiser und Reich. Rückblicke auf Deutschlands Vergangenheit bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts
Entstehung
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worden war, so waren doch in einzelnen Theilen besondere Hausmaier beibehalten, welche an Königs Statt regierten und gegenseitig eifer- süchtig auf ihren Einfluss und ihre Herrschaft waren. Unter seinem Sohne Dagobertl.(631 645) hatte der ostfränkische, P ipin(von Landis), eine günstige Gelegenheit benutzt, Dagobert zu nöthigen, scinem noch unmündigen Sohn S igbert die Krone von Ostfranken zu übertragen und Pipins Sohn, Grimvald, der dem Vater in dem Amte gefolgt war, machte einen voreiligen und unglicklichen Ver- such, Sigberts Sohn, Dagobert II., vom Throne zu stossen um den- selben selbst einzunehmen. Grimvald's Neffe, Pipin(v. Herstall oder der Dicke) hat das Domusmajorat wäührend dreier Könige (Theoderich III., Clodwich III., Childebert III.) Schein- regierung in Händen und arbeitet seinem Sohne Carl Martell mit solch' gutem Erfolge vor, dass dieser als Major Domus(zur Zeit Dagoberts III. Childerichs II., Lothars IV. und Theo- derichs IV.) thatsächlich König im ganzen Reiche ist. Mit seiner Zustimmung und auch auf seine Veranlassung widmete Bonifacius sich der Bekehrung der Heiden im Norden und Osten des Reiches, Bonifacius aber erkannte den Bischof zu Rom als Primas und Papst an, so dass es natürlich war, dass Carl's Sohn Pipin, der dritte dieses Namens, und der Kleine genannt, bevor er es wagte, seinen König Childerich III. abzusetzen und ins Kloster zu stecken, um seiner Handlungsweise gleichsam göttliche Zustimmung zu geben, sich an den Papst Zacharias wandte, der dann auch die Wichtig- keit von Pipin's Gewogenheit würdigend, sich nicht besann, diesen revo- lutionären Act durch seine Zustimmung zu legalisiren. So gingen die Merovinger zu Grunde und ein neues Geschlecht bestieg 752 den Thron. Bonifacius selbst salbte den neuen König im Auftrage des heiligen Vaters.

Gelegenheit zum Gegendienste ward geboten.

Die Longobarden, welche von ihren nördlichen Wohnsitzen aus endlich in Oberitaliem sich niedergelassen undsich mit der dortigen roma- nischen Bevölkerung vermischt hatten, blickten lüstern nach Rom, um durch dessen Besitz sich zu Herren Italiens zu machen. Papst Stephan II. spricht den neuen König Pipin um Hilfe an, und dieser wird Patri- eius von Rom, in welcher Eigenschaft ihm die Schutzherrschaft über die Stadt zukommt und die Pflicht, den Longobarden entgegenzutreten. Er ist siegreich gegen dieselben, verjagt sie aus dem Exarchate