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nachtsfeste, die Feuer, welche die Germanen dem Lichtgotte anzün- deten, der nun wieder Herr über die Finsternis wurde, gab man nun die Bedeutung des Sternes, welchen die Weisen aus dem Morgen- lande über Bethlehem gesehen hatten, wie er heute noch durch den Weihnachtsbaum dargestellt wird. Die Versammlungen der 100 Cent- männer, dem germanischen Allding, welcher im März, Juni und October abgehalten wurde, gab man die Bedeutung des Festes der 10,000 Märtyrer, 10,000 Ritter und 10,000 Jungfrauen; man be- gnügte sich mit den Aehnlichkeiten, mit der Form, ohne auf das Wesen der Sache zu sehen.
Auf dem Boden des früheren Römerreichs kam der Germane mit dem Römer zusammen; beide änderten ihren Charakter und ihre Sitten. Verlor die römische Bevölkerung unter dem Einflusse der rohen Natursöhne an ihrer Cultur, so verlor sie aber auch einen Theil ihrer Verweichlichung und gewann an kriegerischem Sinne, während die Germanen dem Einflusse der römischen Cultur nicht ganz widerstehen konnten, aber auch die Sittenlosigkeiten annahmen, welche die römischen Reichthümer und der römische Luxus mit sich brachten.
Die zum Kriegsdienste Verpflichteten, deren Pflicht wohl theils auf dem ursprünglichen Dienstgefolge, anderntheils auf den Lehens- verhältnissen beruhte, wurden bei vielen öffentlichen Angelegenhei- ten vom Könige gehört, namentlich zu Zeiten, wo das königliche Ansehen und die königliche Macht nicht hinreichend gross waren, um ohne deren Zustimmung etwas unternéhmen zu können. An den betreffenden Versammlungen nahmen auch die Bischöfe Theil, einmal weil der Landbesitz todter Hand bedeutend war und die Geistlich- keit wohl schon deshalb dem Adel an die Seite gestellt werden konnte, dann aber auch, weil die Könige durch die Zustimmung der Priester zu ihren Handlungen den letztern eine nicht zu unter- schätzende Weihe in den Augen des ganzen Volkes gaben; diese Ver- sammlungen weltlicher und geistlicher angeschener und einflussrei- cher Männer erscheinen als förmliche Reichstage, begreiflich, dass der Major Domus bei der Wichtigkeit seiner Stellung und den vielseiti- gen Berührungen mit solchen Personen seinerseits Ansehen und Einfluss gewinnt, um so mehr, je unbedeutender und unfähiger die Könige selbst waren.
Obwohl Lothar II. 615 alleiniger König im ganzen Reiche ge-


