Aufsatz 
Dr. Martin Luther's "Von Kauffshandlungen vnd Wucher" vom Jahre 1524
Entstehung
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sollten auch»solche vnrechte kaufshendel mit ordenlicher gewalt straffen«, so aber brauche Gott der Ritter und Räuber, gleichwie er Egypten und alle Welt mit Teufeln plage oder mit Feinden verderbe.

Nun ergiesst Luther sich in einen Strom von Tadel über die Handelsgesellschaften, welche Monopole schafften, indem sie alle Waare in ihre Hände brächten, Könige und Fürsten sollten drein sehn und so etwas nicht dulden, aber er höre sie hätten»kopff und teyl dran«, es erfülle sich also der Spruch Jesaya 1. 23, nach welchem die Fürsten der Diebe Gesellen geworden seien. Man lasse Diebe hängen, die einen Gulden oder einen halben gestohlen, und handtiere mit denen, welche die Welt berauben.

Unter der besondern Ueberschrift»Vom wuchere folgt nun wörtlich, was Luther bereits im Jahre 1519 als grossen Sermon vom Wucher veröffentlichte, in welchem Jahre auch der kleine Sermon vom Wucher erschien, der dem grossen und auch der Schrift »Von Kauffshandlung vnd wucher« angereiht ist.

Luther verlangt im Eingange sogar, man solle demjenigen, der mit Gewalt etwas haben wolle, dasselbe ohne Weiteres lassen und nicht Gewalt gegen Gewalt setzen, Nothwehr sei vor mensch- lichem Recht unsträflich, aber vor Gott nicht verdienstlich. Dann sagt er, wir könnten nicht»rein werden von der Anklebung der zeitlichen Güter«, wenn wir nicht gefibt würden, dieselben fahren zu lassen; man solle das Seine deshalb nicht zurüickfordern; wer von einem bitte, dem solle man geben, nicht nur dem Freunde allein, sondern auch dem Feinde. Man solle»willig und gerne leyhen odder borgen, an allen auffsatz und zinse.« Dieses sei nun eigentlich dasjenige, was am leichtesten auszuführen wäre, und Luther führt verschiedene Bibelstellen an, welche das verlangen, z. B. Lucas 6. 35.»Thut wohl und leihet, dass ihr nichts daffir hoffet.« Aus allem in dieser Richtung Gesagten, folgert Luther nun»das die allesampt wücherer sind, die weyn, korn, gellt, vnd was des ist, yhrem nehisten also leyhen, das sie ybers jar odder benante zeyt dieselben zu zynssen verpflichten, odder doch beschweren vnd vberladen, das sei mehr odder eyn anders widdergeben mussen, das besser ist, denn sie geporget haben.« Er erörtert dann den Gegenstand abermals nach dem Spruche»Liebe deinen Nächsten als dich selbst« und sagt, man solle sich nicht damit entschuldigen, dass es Sitte sei und»dieweyl die gelerten, priester, geystlichen vnd kirchen also thun«,.....»es sey sitte odder vnsitte, so ist es